Merkwürdiges aus dem Web

Besser leben ohne Wasser

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CE- und IT-Welt fördern immer wieder Erstaunliches und Kurioses zutage, das zum Schmunzeln anregt. Die seltsamsten ­Kurznews immer in der Rubrik "Curiosities". Gute Unterhaltung!

(Source: iStock)
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jor. Einige Influencer haben einen calvinistischen Trend wiederbelebt: die gute alte Askese. Soll heissen: Manche machen jetzt auf enthaltsam, verzichten freiwillig auf dies und das – nur leider nicht auf Social Media. Das wäre dem gemeinen Influencer wohl ein bisserl zu reaktionär. Zumindest jene, die eine ganz besondere Entbehrung propagieren. Es sind Influencer, die auf Wasser verzichten und dafür auch noch Werbung machen. Eine davon ist die 30-jährige Alise. Wie "Der Standard" berichtet, will Alise von einem indischen Guru erfahren haben, dass man Wasser nicht benötige. Nun schwört Alise ihre 4000 Follower darauf ein, diese durchsichtige Plörre nicht mehr zu trinken, sondern nur noch durch Nahrungsaufnahme zu sich zu nehmen. Und die gemeinhin empfohlenen 2 Liter pro Tag? Für Alise ist das nur eine Marketinglüge. Na, wenn das mal kein Fall von morbider Ironie ist: Eine Influencerin, die "Marketing­lüge" skandiert und derweil fast dehydriert, weil sie es leid ist, tagtäglich Dutzende Wassermelonensmoothies zu vertilgen.

Wenn der Aluhut versagt, muss die Fackel her

osc. Als in den Jahren 1918/19 die Spanische Grippe in Europa wütete, waren Viren als Krankheitserreger noch weitaus weniger erforscht als heute. Die Krankheit fiel mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zusammen und man vermutete von den Deutschen vergiftete Konservendosen, unsaubere Nachtwäsche oder von den Schlachtfeldern herübergewehte Seuchenwolken als Ursachen. Heute ist das medizinische Wissen fundierter – müsste man meinen. Aberglaube steckt aber auch in Zeiten von Covid-19 noch in manchen Köpfen. Dies zeigen Anschläge auf Mobilfunkmasten in Grossbritannien. Wie die "BBC" berichtet, zündeten Unbekannte drei Antennen an, die dadurch zerstört wurden. Der Grund: eine Verbindung zwischen dem Coronavirus und 5G. Auch Mitarbeiter der Telekommunikationsfirmen seien Ziel von Beschimpfungen - ohne glaubhaften Beleg, dass 5G irgendetwas mit der Krankheit zu tun hat. Die Taten sind umso absurder, wenn man bedenkt, dass Mobilfunk auch von Rettungs- und Gesundheitsdiensten genutzt wird.

Daumen des Todes

osc. Zu später Stunde, alleine im Bett. Der Bildschirm des Smartphones reflektiert in müden Augen. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Nur noch eine News, nur noch ein Social-Media-Post, nur noch einen Forumsbeitrag. Alles Schreckensmeldungen: Corona hier, Aufruhr da, Wirtschaftskrise dort. Für dieses Phänomen gibt es jetzt ein Wort: "Doomscrolling". Laut dem Wörterbuch "Merriam-Webster" beschreibt es das Verlangen, in unsicheren Zeiten so viele Informationen wie möglich über ein Ereignis aufzunehmen. Der ständige Strom von Negativmeldungen ziehe uns geradezu magisch an. Doomscrolling ist nur eines von mehreren Wörtern, die seit dem Ausbruch der Coronakrise in unseren Wortschatz kamen. Weitere hat die "Los Angeles Times" zusammengetragen, etwa "Zoombombing", "Covidiot" oder "Quarantini".

Beim Coronavirus ist Schluss mit Laissez-faire

osc. Fake News – das beschäftigt die digitale Öffentlichkeit schon lange. Sollen Facebook, Twitter & Co. Inhalte entfernen, wenn sie offensichtliche Falschinformationen enthalten? Lange wichen die Plattformbetreiber den Antworten auf diese Fragen aus. Beim Thema Corona scheint die Akzeptanz für Quatsch ein Ende zu haben. Facebook und Twitter löschten laut einem Bericht von "The Verge" Posts des brasilianischen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro und seines venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro. Bolsonaro pries das Malaria-Gegenmittel Hydroxychloroquin als Medikament gegen Covid-19 an. Eine Behauptung, für die es keine Belege gebe. Maduro wiederum empfahl ein nicht näher beschriebenes "Gebräu" gegen die Krankheit.

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