Teilen statt horten – wie Daten ihr volles Potenzial entfalten
Es ist derzeit ordentlich etwas los in der IT. Von der User-Experience über die Content-Erstellung bis hin zur Automatisierung von komplexen Geschäftsprozessen, die bislang nicht auf menschliche Mitarbeitende verzichten konnten – KI-Agenten scheinen gerade alle Aspekte im digitalen Raum aufzumischen. All diesen Anwendungen liegt jedoch etwas Gemeinsames zugrunde: Ohne Zugang zu hochwertigen und vielfältigen Daten bleibt der Erfolg aus.
Daten zu horten, wie ein Drache, der auf seinem Gold sitzt, ist aber nicht der Weg zum Erfolg. Um das wahre Potenzial von KI auszuschöpfen, müssen Unternehmen ihre Sichtweise auf ihre aktuellen Geschäftsmodelle und die Rolle ihrer Daten ändern, wie das Prüfungs- und Beratungsunternehmen PWC schreibt. Der wahre Wettbewerbsvorteil liege nicht im Besitz, sondern in der gemeinsamen Nutzung von Daten. Diese Zusammenarbeit wird durch Datenräume ermöglicht. Sie schaffen gemeinsame Datenmodelle und semantische Standards über die Organisationsgrenzen hinaus und bieten eine kontrollierte Umgebung für einen sicheren Austausch von Daten. Jeder Teilnehmer soll die Kontrolle über die eigenen Daten behalten und zugleich vom gemeinsamen Wissenspool aller Organisationen profitieren. Die Schweiz beschreitet dabei einen pragmatischen Weg, wie Stefan Metzger und Lukas Hohl vom Beratungsunternehmen Beyond Civic aufzeigen. Dabei zeige sich, dass die Technologie selten eine Hürde bei der Umsetzung sei. Viel entscheidender sei die Governance, wie die Autoren erklären.
Datenräume sind aber kein Selbstzweck. Richtig umgesetzt werden sie zur Infrastruktur für Wettbewerb, Innovation und digitale Selbstbestimmung, sind Martin Andenmatten und Guido Greber von Gaia-X Hub Switzerland überzeugt. Wie sie in ihrem Beitrag schreiben, zeigen Initiativen wie Gaia-X, wie Vertrauen, Standards und Governance neue Formen digitaler Kooperation ermöglichen.
Das Thema Datenräume erhält derzeit noch eine weitere wichtige Dimension: die digitale Souveränität. Gemeint ist die Fähigkeit von Staaten, Organisationen oder Individuen, digitale Mittel selbstbestimmt und sicher nutzen zu können. Daraus lässt sich auch der Begriff der "Datensouveränität" ableiten. Was darunter zu verstehen ist und was dies für die Schweiz bedeutet, erklärt André Golliez von der Swiss Data Alliance.
"In der KI-Ära werden gute Daten zur Währung der Wirklichkeit", sagt auch BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich. Im Interview spricht er über fehlende Standards, mangelnde Governance und wie das BFS als "Data Steward" ein nationales Datenökosystem mit klaren Regeln aufbaut.
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