5. Big Brother Award: Die grössten Schnüffler der Schweiz

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Am letzten Samstagabend wurden zum fünften Mal in Folge die Big Brother Awards an die grössten Datenschnüffler der Schweiz verliehen. Der Staats-Award ging an KKdt Hansruedi Fehrlin und die Schweizerische Luftwaffe für den Einsatz von unbenannten Überwachungsdrohnen. Den Business-Award erhielt der Verband der Krankenversicherer Schweiz santésuisse für die Durchsetzung des neuen Tarifsystems TARMED. TARMED zwingt die Ärzte dazu, auf allen Rechnungen einen detaillierten Behandlungscode anzugeben. Der heuer erstmals verliehene Arbeitsplatz-Award heimste die Stadtpolizei Zürich ein. Ihr Kommando hatte im Sommer 2003 heimlich den E-Mail-Verkehr von etlichen ihrer Angestellten überwacht. Die höchste Auszeichnung für besonders hartnäckige Beschnüffelung, den Lebenswerk-Award, erhielt CVP-Nationalrat Josef Leu. Leu fordert unter anderem den Ausbau der Möglichkeiten zur vorsorglichen Bespitzelung. Den Winkelried-Award, der Personen auszeichnet, die sich gegen Überwachung und Beschnüffelung durchsetzen, ging an den Berner Rechtsanwalt Daniele Jenni und den Baselbieter Arzt Beat Schaub. Schaub wehrte sich gegen das TARMED-System und zeigte auf, dass es dafür keine rechtliche Grundlage gibt. Jenni reichte in Sommer 2004 eine Klage gegen die Bündner Kantonspolizei ein, die im Januar 2004 WEF-Demonstranten fichiert und die Daten an die Bundespolizei weitergegeben hatte. Jenni wurde vom Publikum zum Hauptwinkelried des Jahres 2004 erkoren.