ADSL ist so Werbung - ICT-Wissen der Schweizer

Uhr | Aktualisiert
Die Usability-Agentur Zeix wollte wissen, was die Leute auf der Strasse über ICT wissen. Befragt wurden in den vier Städten Zürich, Bern, Fribourg und Lausanne 400 Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Berufsstands. Die Resulate sind ernüchternd: Zwar verfügen 80 Prozent der Befragten über einen Internet-Zugang, doch bloss 52 Prozent wissen, was ein Provider ist. Nur erschreckende 26 Prozent wussten, was ein Browser ist. 62 Prozent wussten zwar, dass ADSL etwas mit Internet-Zugang zu tun hat, die meisten hatten aber nur vage Vorstellungen. Ein Student antwortete etwa: Das ist so eine Werbung. Und auf die Nachfrage wofür: Weiss nicht. Einstieg ins Internet. Startseite oder so. Keine Ahnung. Ein Finanzanalyst meinte: Das hat etwas mit Google, glaub ich, zu tun. Hab ich aber noch nie gebraucht. Für Peter Hogenkamp, CEO der Zeix, bringt dieses Mangelwissen entscheidende Nachteile für den Markterfolg von Produkten und für die Kosten von Supportfunktionen. Wer nicht weiss, was ein Browser ist, versteht auch viele Hilfe-Texte nicht, in denen das Wort ständig vorkommt. Oder in vielen Produktbeschreibungen steht Provider-unabhänig, was von 48 Prozent der Leute nicht verstanden wird, die nicht wissen, was ein Provider ist. Mangelndes Verständnis hemmt den Absatz, die Produkte wären erfolgreicher, wenn ihre Vorteile den Usern klarer wären - so erklärte eine Person: Meine Freundin und ich würden gerne auf ADSL umsteigen, aber das geht nicht, weil wir unsere getrennten Mailkonten behalten wollen. Auch bei der Nutzung der modernen ICT-Infrastruktur hapert es bei vielen: So wissen die User zwar, wie sie ihre Mails von ihrem eigenen PC abrufen; weniger als die Hälfte weiss aber, wie man von unterwegs eine Internet-Verbindung herstellen kann. Ein zentraler Vorteil des Internets, die Ortsunabhängigkeit, wird damit nicht erfüllt. So wie das Internet heute noch funktioniert, brauchen die Leute ein Minimum an technischen Kenntnissen, wenn sie sich nicht vieler Möglichkeiten berauben wollen, meint Hogenkamp. Die Folgerung von Zeix ist, dass Anbieter die User gezielt weiterbilden müssen, in Beratungsgesprächen, mit Print-Materialen und mit guten, verständlichen Inhalten ihrer Websites. Dabei dürfen sie nicht davon ausgehen, dass ihre Kunden alle Begriffe selbstverständlich verstehen, wie die Umfrage zeigt.