Amitelo-Management kann Fragen nicht beantworten – Sarner Mediacard will Verkauf rückgängig machen

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von fgr@netzwoche.ch
Amitelo hat gestern an einer Pressekonferenz zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung genommen, aber offenbar keine Klarheit schaffen können: Gestern Abend hatte die Aktie des international tätigen Voip-Anbieters nochmals 20 Prozent verloren. Wichtige Fragen seien durch das Management nicht beantwortet worden, berichten Zeitungsmeldungen unisono. Amitelo hatte in den vergangenen Monaten Erfolgsmeldung auf Erfolgsmeldung folgen lassen. So habe man etwa in Kolumbien Call Shops eröffnet oder in Senegal die Rechte als nationaler Telco gewonnen. Das ZDF-Magazin Frontal21 warf Amitelo unter anderem vor, in Kolumbien gar keine Aufträge erhalten zu haben und in Nordafrika unbesetzte Büros zu führen. Die Aktien verloren in der Folge um teilweise bis zu 75 Prozent ihres Wertes. Amitelo hatte im November die Schweizer Prepaid-Karten-Firma Mediacard gekauft. Die Übernahme wurde durch 2 Millionen neu ausgegebene Aktien sowie Barmittel von Amitelo finanziert. Nun bangen die Aktionäre um ihr Geld, denn ein Grossteil der Papiere ist noch auf längere Zeit gesperrt. "Wir prüfen mit Anwälten, wie wir den Verkauf rückabwickeln können", sagte Mediacard-Verwaltungsrat Karl Gasser dem Tagesanzeiger. Man habe verkauft, weil Amitelo einen sensationellen Preis angeboten habe. Insgesamt sollen es 4,5 Millionen Franken gewesen sein.