AOL tritt der Anti-MS-Passport-Allianz bei
Der amerikanische Onlinedienst AOL ist der sogenannten Liberty Alliance beigetreten. Das von Sun Microsystems initiierte Projekt plant das Angebot eines digitalen Identifizierungsdienstes für Internetnutzer als Alternative zu MS-Passport. In der Pressemitteilung vom 4. Dezember begründet Barry Schuler, CEO von AOL Inc., den Beitritt damit, dass Liberty Alliance dank der offenen, dezentralen Struktur den Wettbewerb begünstige und die Datensicherheit des Konsumenten besser schütze. Nichts desto trotz soll die Entwicklung von Magic Carpet, einem eigenen vergleichbaren Dienst von AOL, weiter gehen. Doch auch Redmond konnte weitere Verbündete finden: Passport wird zukünftig auch von uBid, einem Online-Auktionshaus und Tochter des VC-Unternehmens CMGI, für die Authentifizierung der Nutzer eingesetzt. Ob allerdings die User Interesse an Passport haben, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Eine Ende Oktober von Gartner Group publizierte Studie kommt zu dem Schluss, dass Onlineeinkäufer Authentifizierungsdienste wie Passport gar nicht benötigen, geschweige denn wünschen. So hätten sich 54 Prozent der 40 Millionen Personen, die in den USA online einkaufen, nur bei ID-Services angemeldet, weil es unbedingt erforderlich ist, um auf bestimmte Angebote zuzugreifen. Bloss 17 Prozent der 2145 befragten Nutzer versprachen sich durch die Anmeldung einen Vorteil. Passport haben gemäss der Studie eine Million Personen ausserhalb einer MS-Site verwendet. Dabei existieren laut Aussage von Microsoft immerhin 25 Millionen Passport-Nutzer. Dass die meisten davon allein durch den Besitz eines Hotmail-Accounts in den zweifelhaften Genuss kommen, verschweigt Microsoft geflissentlich. Tatsächlich sind sich von den 25 Millionen Personen nur gerade sieben Millionen ihrer Passportnutzung bewusst.
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