Apple: Kaum Überraschungen an Macworld
Manche der Macintosh-Fans, die schon lange der Eröffnungsrede von Steve Jobs zur diesjährigen Macworld-Messe in New York entgegengefiebert hatten, mögen enttäuscht sein: Entgegen allen Gerüchten im Vorfeld hat Apple keine substanzielle Änderung am iMac präsentiert. Die neuen Modelle kommen in der bekannten Form mit G3-Prozessoren zwischen 500 und 700 MHz. Einzige Änderung: Das Experiment mit den umstrittenen Flavours Flower Power (bunte Blumen) und Blue Dalmatian (blau-weisse Punkte) wurde gestoppt. Die neuen iMacs kommen wieder wie gehabt in den Farben Indigo (dunkelblau), Snow (weiss) und Graphite (grau) daher. Manchen Gerüchteschmiede hatten die Vorstellung eines iMacs mit Flachbildschirm erwartet. Im Gegensatz zu den USA ist hierzulande auch ein abgespecktes 500-MHz-Modell zu einem Billigstpreis zu haben. Wie der neue Geschäftsführer von Apple Schweiz Roger Brustio gestern erklärte, geht dieses Angebot, das in ganz Europa gültig ist, auf den Druck der Apple-Ländervertretungen des Alten Kontinenten zurück. Man habe auf ein Billigmodell für den Bildungsbereich gepocht, erläuterte Brustio. Ebenfalls ein Upgrade erhielten die G4-PowerMacs verpasst: Die Einsteigermaschine enthält einen 733-MHz-Prozessor, was dem Top-Modell des letzten Line-ups entspricht. Die weiteren Modelle: 867 MHz und 800-MHz-Doppelprozessor. Bei den G4-Computern wurde auch das Äussere einem Lifting unterzogen: Das Gehäuse bleibt zwar in der Grundform dasselbe, aber die Frontplatte und die Farbgebung sind dem kühl-eleganten Titanium-Design des PowerBook G4 angeglichen. Damit dürfte die Bonbon-Zeit bei Apple definitiv vorbei sein: Einzig der Indigo-iMac bietet noch etwas Farbe. An der Software-Front ist die Ankündigung von OS 10.1, dem ersten grossen Update für MacOS X, für September zu vermerken. Das Update bringt die heiss ersehnte Abspielsoftware für DVD und soll für einen Performanceschub im Finder und bei Programmstarts sorgen. Nettes Feature: Mit 10.1 können Daten-CDs direkt im Betriebssystem gebrannt werden, wie einst die Disketten, die mittlerweile ja aus der Macintosh-Welt verbannt wurden.
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