Bundeskriminalamt will sich Hackermethoden bedienen - Internetverband protestiert

Uhr | Aktualisiert
von judith.arnold@netzwoche.ch
Der Deutsche Bundestag hat gestern eine Anhörung zum geplanten BKA-Gesetz durchgeführt. Das Gesetz über das Bundeskriminalamt und die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten sieht unter anderem Online-Durchsuchungen bei Verdacht auf Terrorismus und organisierte Kriminalität vor. Eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., kritisiert die Bundesregierung für die beabsichtigte Form der Online-Durchsuchung, da sie auf dem gleichen Prinzip beruhe, wie kriminelle Angriffe auf Computersysteme, um Daten auszuspähen und die Kontrolle über fremde Rechner zu bekommen. Professor Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender von eco, sagt dazu: „Technisch gesehen ist eine Onlinedurchsuchung nichts anderes als erfolgreiches Hacking.“ Wenn der Staat vorhandene Sicherheitslücken nutze, um die Überwachungssoftware einzuschleusen, setze er sich dem Verdacht aus, sein Wissen um diese Sicherheitslücken geheim halten zu wollen. Dadurch würden aber normale Internetnutzer gefährdet, so Michael Rotert weiter. Schliesslich würde auch das Vertrauen der Bürger in die Online-Anwendungen von Behörden darunter leiden, wenn diese Praxis einer staatlichen Onlinedurchsuchung zur Verbrechensbekämpfung eingeführt würde.
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