Legendärer Tech-Konzern

Apple wird 50 Jahre alt

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von René Jaun und vgr

Im Frühling 1976 haben Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne Apple gegründet. Mit überraschenden Designs und cleverer Kommunikation setzte das Unternehmen seither immer wieder Massstäbe. Heute eines der wertvollsten Firmen der Welt, hadert Apple oft mit Regulierungsbehörden und KI.

(Source: zVg)
(Source: zVg)

Die Geschichte Apples hat klein angefangen - in einer Garage, mit einem Startkapital von unter 2000 US-Dollar. Doch die Firma, die Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne am 1. April 1976 offiziell ins Leben riefen, machte bald schon von sich reden. Man habe das Unternehmen aus dem einfachen Gedanken heraus gegründet, "dass Technologie persönlich sein sollte", schreibt Tim Cook, der heutige CEO des Konzerns, in einer Mitteilung zum Firmenjubiläum. "Wir haben fünf Jahrzehnte damit verbracht, das Mögliche neu zu definieren und vielen Menschen leistungsstarke Tools in die Hand zu geben."

Von Hardware zu Ökosystemen

In der Tat setzte Apple im Laufe der Jahre regelmässig Massstäbe. In den 80ern machte das Unternehmen mit dem Macintosh und dessen intuitiv zu bedienender grafischer Oberfläche von sich reden. Anfang der 2000er-Jahre war es der Musicplayer iPod, der das Konzept des MP3-Players revolutionierte. 2007 schuf das iPhone das Fundament heutiger Smartphones. Es folgte ein Tablet namens iPad, dann die intelligente Uhr Apple Watch – abschliessend ist diese Liste bei Weitem nicht.

Kritische (oder sind es nur neidische?) Stimmen dürften anmerken, dass so manche Apple-Innovation ihren Ursprung anderswo hatte. Dass gerade Apples Produkte erfolgreich sind, dürfte somit nicht nur dem Innovationsgeist, sondern wohl auch einer hervorragenden Marketing-Strategie des Unternehmens zu verdanken sein.

Unbestritten bleibt, dass Apple mit seiner Hardware gleich mehrfach digitalen Ökosystemen zum Durchbruch verhalf: Mit dem iPod hatte auch iTunes – und damit der Inbegriff des digitalen Musikladens – seine Blütezeit. Podcasts wurden geboren, weil man Audiodateien auf dem iPod wunderbar einfach mitnehmen konnte. Im App Store vertreiben Softwareanbieter ihre Anwendungen für Smartphones - die besten auf dem hiesigen Markt werden regelmässig prämiert.

Unter Druck

Nicht mit allen Innovationen traf Apple ins Schwarze. Eine Maus im Stil eines Hockey-Pucks, eine Ladematte für iPhone und Co. oder eine Spielekonsole namens Pippin tauchen in der "Liste der grössten Apple-Flops" von "Hifi.de" auf. Dazu kommen teils amüsante, teils ärgerliche Geschichten über biegbare Smartphones, überaktive Sturzmelder oder zu ungenaue Karten.

Eher enttäuschend waren in jüngster Zeit auch Apples Aktivitäten im Bereich künstlicher Intelligenz. Zwar kündigte das Unternehmen schon 2024 an, seinen Sprachassistenten "Siri" dank KI endlich richtig schlau zu machen. Doch die Lancierung musste Apple seither mehrfach verschieben und musste sich die Kritik gefallen lassen, eine Funktion angekündigt zu haben, die schlicht noch nicht entwickelt war.

Seit mehreren Jahren schon wird auch Kritik an Apples Geschäftsmodell mit Apps lauter. Wer eine App für iPhones oder iPads vertreiben wollte, musste dies lange Zeit über Apples App Store tun. Es war der einzige Vertriebskanal, den der Konzern zuliess, wobei Verkäufer eine Provision berappen mussten. Dies rief nicht nur Entwickler, sondern auch Gesetzgeber auf den Plan. Auf Druck letzterer passte Apple in mehreren Regionen sein Vertriebsmodell an. In der EU etwa lässt das Unternehmen inzwischen auch alternative App Stores zu. Zudem öffnete es Schnittstellen für Drittanbieter, die bislang nur Apple-Geräte nutzen durften.

In seiner Jubiläumsbotschaft hebt Apple-Chef Cook das Zusammenspiel von technischen Innovationen und den Usern hervor: "In euren Händen haben die Tools, die wir entwickeln, Leben bereichert und manchmal sogar gerettet. Und genau das inspiriert uns - nicht das, was Technologie allein tun kann, sondern alles, was ihr damit tun könnt." Man darf gespannt sein, wann und wie das Unternehmen den Markt wieder aufrüttelt.

 

 

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