Der grosse MMS-Bluff

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Achtung:Dies ist der originale Facts-Text! Mit dem Handy fotografierte Bilder übermitteln – in der Werbung ist das ganz einfach. Doch der FACTS-Test zeigt: Bei den Multimedia Messaging Services liegt noch vieles im Argen. Von Gion Stecher (Text) und Christian Ammann (Fotos) Cécile kriegt ihren Kollegen Salar nicht – wenigstens bildlich nicht. Die Moderatorin des Schweizer TV-Musiksenders VivaSwizz drückt verzweifelt auf den Auslöser ihres Handys, um VJ Salar zu fotografieren und ihm gleich das Bild zu schicken. Doch die Versuche scheitern. «Übertragung abgebrochen», verrät das Display. Alles Probieren nützt nichts. Noch und noch kommen Fehlermeldungen. Endlich bleibt die Fehlanzeige aus. Cécile frohlockt – doch leider zu früh. Salars Handy bleibt stumm. Cécile resigniert. «Die Lust ist mir vergangenen.» Die VivaSwizz-Moderatoren Cécile, 21, und Salar, 23, haben für FACTS die Multimedia Messaging Services, kurz MMS, der neuen Handy-Generation getestet. Mit MMS wird das Mobiltelefon zum Fotoapparat. Ein neues Gadget zum Spielen, das schnell ein paar hundert Franken mehr als ein konventionelles Handy kostet. Das verspricht die Werbung. Schön wärs, wie der FACTS-Test zeigt. Das muntere Bildliverschicken ist für den Laien kompliziert. Die Hürden zwischen den Telecom-Netzen sind vorderhand unüberbrückbar. Die Branche verspricht allerdings, dass die drei Netze Swisscom, Orange und Sunrise noch dieses Frühjahr kompatibel sind. Aber selbst der Bildaustausch innerhalb eines Mobilnetzes ist pannenanfällig. Nutzen Sender und Empfänger nicht die gleiche Handy-Marke, herrscht oft Funkstille. Wers dennoch versucht, braucht viel Geduld. Die VivaSwizz-Moderatoren Cécile und Salar sind zwar Handy-Addicts und technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Doch nach etlichen Versuchen, mit den teuren MMS-Handys Bilder zu verschicken, bleibt nur Enttäuschung: «Bei all der Werbung hätte ich nie gedacht, dass es so kompliziert ist», sagt Salar. «Ich war überzeugt, man könne einschalten, fotografieren und wegschicken.» Aufwändige Vorinstallationen lassen die User verzweifeln – beim «Mmslen» regiert meist das Prinzip Hoffnung. Werbespots versprechen Bilderträume. Junge, trendige Leute vergnügen sich auf Skipisten oder in Nachtklubs und schicken per Handy Fotos hin und her. Alles schnell und erst noch gestochen scharf – die MMS-Technologie hinkt der Werbung hinterher. «MMS im Mobilfunk funktioniert bis jetzt nur unter speziellen Bedingungen», konstatieren selbst Anbieter wie Erich Schmidt von Siemens-Mobile Deutschland. Er ist der Vorsitzende von F-MMS. Dieses Forum wurde kürzlich als Intressengemeinschaft für einheitliche MMS-Standards in Zürich gegründet. Konzerne wie die Deutsche Telekom und Siemens-Mobile gehören dazu. Demnächst soll Sunrise ins Forum aufgenommen werden. Hätte man sich von Beginn weg auf klare technische Normen verständigt, gäbe es heute keine Verwirrung bei Anbietern und Benützern. Doch anstatt sich frühzeitig zu einigen, setzte jeder auf eine eigene Lösung – Hauptsache, man ist so rasch wie möglich dabei. «Bei der Einführung eines neuen Produkts gilt es abzuwägen, ob man sich innovativ geben will, obwohl unter Umständen das Angebot noch nicht ganz ausgereift ist», sagt Therese Wenger, Pressesprecherin von Orange. Laut Wenger komme der Druck oftmals auch von Seiten der Kunden. «Sie verlangen nach MMS, auch wenn sie sich bewusst sind, dass noch ‹Kinderkrankheiten› vorhanden sind.» Von Boom bisher keine Spur. Bei der Lancierung der ersten Multimedia Messaging Services vor knapp einem Jahr waren die Erwartungen riesig. Der gigantische Erfolg der kurzen SMS-Textbotschaften sollte sich mit den MMS-Bildern wiederholen. Die Telekom-Branche war überzeugt, dass die Kundschaft bereit ist, dafür happige Tarife zu bezahlen. So setzte Marktführer Swisscom die Preise pro Bild zwischen 80 Rappen und 1.80 fest. Die Konkurrenten Orange und Sunrise kalkulierten Preise von einem Franken p