E-Business-Dienstleister GNI geht in Winterschlaf
Die GNI Global Net International AG in Cressier FR gliedert ihr operatives Geschäft aus. Dies haben die Aktionäre des seit 2000 an der Berner Börse kotierten E-Business-Dienstleisters an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 30. Oktober in Olten beschlossen. Für das operative Geschäft ist eine rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Gesellschaft vorgesehen, an der sich die GNI AG nicht beteiligen wird. Bereits ein Jahr nach dem Börsengang regte sich Unzufriedenheit bei den Aktionären über die enorme Burn-Rate des Unternehmens: Bis November 2000 hatte GNI 13 Millionen Franken ausgegeben - bei Einnahmen von lediglich einer Million Franken. Dies führte bis Januar 2001 zu drastischen Wechseln in Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Der starke Auftragsrückgang nach Platzen der Internetblase habe schliesslich gemäss Auskunft von Verwaltungsrätin Margrit Coradi-Reich verhindert, dass GNI im Markt Tritt fassen konnte. Genaueres zur neuen Gesellschaft steht noch nicht fest, die Ausarbeitung der Details erfolgt bis Ende Jahr. Den zuletzt noch acht Mitarbeitern musste auf das Jahresende gekündigt werden. Ob allen acht eine Anstellung in der neuen Gesellschaft angeboten werden kann, ist fraglich. Zu besten Zeiten im August 2000 beschäftigte das Unternehmen 70 Personen. Die GNI AG wird sich künftig auf die Vermarktung der unternehmenseigenen Liegenschaften und eine optimale Bewirtschaftung der liquiden Mittel konzentrieren. Auf diese Weise will der Verwaltungsrat die Gesellschaft in einer Art Tiefschlaf am Leben erhalten, um sie im Falle einer Belebung des Marktes reanimieren zu können. Derzeit prozessiert die GNI AG gegen den ehemaligen Verwaltungsrat und die ehemalige Geschäftsleitung.
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