Update: Digitalbank Radicant ist am Ende
Radicant gibt ihre Geschäftstätigkeit auf. Der Schritt erfolgt, nachdem es Mehrheitsaktionärin BLKB nicht gelang, einen Käufer für ihre Anteile an der Digitalbank zu finden. Radicant gibt ihre Banklizenz zurück und leitet die ordentliche Liquidation ein.
Update vom 11.11.2025: Die Tage von Radicant sind gezählt. In einer Mitteilung gibt die Digitalbank bekannt, ihre Geschäftstätigkeit aufzugeben. Dies gilt sowohl für die Radicant Bank als auch für Radicant Holding und Radicant Business Services.
Das Ende der Digitalbank besiegelte der Verwaltungsrat "in Abstimmung mit der Radicant-Mehrheitsaktionärin, der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB)", wie es weiter heisst. Diese hatte im September entschieden, aus Radicant auszusteigen. Nach eingehender Prüfung diverser Verkaufsoptionen habe man jedoch keine Lösung zur Fortführung von Radicant erreichen können.
Man werde weiterhin alle Verpflichtungen gegenüber Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Partnern vollständig erfüllen, verspricht Radicant. "Im Vordergrund steht die konsequente Suche nach optimalen Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden sowie die verantwortungsvolle Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zugleich legt Radicant grossen Wert auf eine offene und transparente Information", lässt sich CEO Bruno Meyer zitieren.
Die BLKB wird somit die Banklizenz von Radicant zurückgeben, wie "20 Minuten" erklärt. Den geplanten Rückzug wolle man "geordnet und im besten Interesse der Kundinnen und Kunden, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie den externen Partnern" durchführen, so die Bank. Die geordnete Liquidation dauere im Schnitt 24-36 Monate, konkretisiert sie auf einer FAQ-Seite. Die Dauer könne aufgrund der Komplexität des Prozesses jedoch wesentlich vom Planungshorizont abweichen. Radicant versichert, dass die Einlagen der Kundengelder jederzeit gesichert sind.
Update vom 15.10.2025:
Radicant bekommt neuen CEO
Radicant hat Bruno Meyer zum CEO ernannt. Am 27. Oktober tritt er die Nachfolge von Anton Stadelmann an, der die Digitalbank-Tochter der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) auf eigenen Wunsch verlässt. Dies aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Weiterentwicklung des Unternehmens, wie es im August 2025 hiess. Einen Monat später gab die BLKB bekannt, dass sie sich von Radicant trennen will - entweder per Verkauf oder Schliessung.

Bruno Meyer wird CEO von Radicant. (Source: zVg)
Bruno Meyer bringe 30 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche mit, insbesondere in der Begleitung und Umsetzung von Change-Prozessen. "Damit ist er bestens geeignet, die nächsten Schritte von Radicant im Interesse aller Anspruchsgruppen sorgsam zu führen", lässt sich Radicant-Verwaltungsratspräsident Marco Primavesi in einer Mitteilung der BLKB zitieren.
Meyer war zuletzt für die Incore Bank tätig - bis Februar 2025 leitete er als Mitglied der Geschäftsleitung der Bank den Bereich Corporate Services. Zuvor hatte er seinem Linkedin-Profil zufolge als Chief Risk Officer bei der Privatbank Falcon fungiert. Gestartet hatte er seine Karriere demnach bei der Credit Suisse. Meyer hat einen Master in Materialwissenschaften der ETH Zürich.
Update vom 24.09.2025:
BLKB will Digitalbank Radicant verkaufen
Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) steigt aus ihrer Digitalbank Radicant aus. Vorrangig werde der Verkauf der Tochterfirma angestrebt, teilt die BLKB mit. Entsprechende Gespräche fänden derzeit statt. Der Bankrat habe sich allerdings ein Zeitlimit für die Sondierungen gesetzt.
"Über die konkrete Planung, das Zeitlimit und die potenziellen Käufer können wir nicht öffentlich informieren, da der Verkaufsprozess ansonsten beeinträchtigt würde", lässt sich Bankratspräsident Thomas Bauer in der Mitteilung zitieren. Und weiter: "Sollte innerhalb der von uns gesetzten Frist der Verkaufsprozess nicht erfolgreich verlaufen, ist auch eine Rückgabe der Banklizenz möglich."
Sowohl der geplante Verkauf als auch eine mögliche Rückgabe der Banklizenz setzen jedoch voraus, dass unter anderem die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) dem jeweiligen Schritt zustimmt.
Der operative Betrieb von Radicant laufe derzeit gut und sei von der Entscheidung der BLKB nicht betroffen, sagt Marco Primavesi, Verwaltungsratspräsident der Radicant und BLKB-Bankrat. Die Digitalbank sei weiterhin mit dem vollen Angebot für ihre Kundinnen und Kunden da, merkt er an und ergänzt: "Die Kundeneinlagen sind absolut sicher."
Update vom 11.08.2025:
Radicant-CEO legt sein Amt nieder
Bei Radicant kommt es zu einem weiteren Abgang in der Führungsebene. Anton Stadelmann, der aktuelle CEO der Digitalbank, legt sein Amt bis spätestens Ende Februar 2026 nieder. Grund dafür seien "unterschiedliche Vorstellungen über die Weiterentwicklung von Radicant", heisst es in einer Mitteilung. Bis auf Weiteres werde Stadelmann aber weiterhin vollumfähig als CEO fungieren und sich auch an der Umsetzung des angekündigten Kostenreduktions- und Effizienzprogramms beteiligen.
Stadelmann übernahm die Geschäftsführung der BLKB-Tochter im Januar 2024. Er löste damals die interimistischen Co-CEOs Roland Kläy und Rouven Leuener ab, die daraufhin wieder ihre Rollen als Chief Financial und Risk Officer sowie Chief Product Officer einnahmen. Zuvor war Stadelmann als Deputy-CEO und Chief Customer Officer bei Twint sowie als CEO des Mobile-Payment-Dienstleisters Bluecode tätig gewesen.
Laut der Mitteilung wurde die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger bereits eingeleitet.
Originalmeldung vom 03.07.2025:
BLKB korrigiert Wert der Digitalbank Radicant drastisch nach unten
Es läuft nicht gut bei der Radicant. Die 2021 von der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) gegründete Digitalbank performt nicht den Erwartungen entsprechend. Nun zieht die BLKB Konsequenzen: Sie nimmt "Wertberichtigungen" vor, wie es in einer Mitteilung heisst. Konkret heisst dies, dass die Bank den Wert von Radicant um 105 Millionen Franken nach unten korrigiert. Zudem startet sie ein "umfangreiches Kostenreduktions- und Effizienzprogramm" und richtet das Radicant-Geschäft neu aus.
Für die Wertberichtigung nennt die BLKB gleich mehrere Gründe, wie etwa "Verzögerungen bei der Integration des Treuhandgeschäfts der Radicant Business Services und unvorhergesehene Problemstellungen, die sich unter anderem in tieferen Kundenzahlen, geringeren Erträgen und höheren Kosten im Treuhandgeschäft niederschlagen". Ausserdem liessen sich geplante Synergien zwischen der Radicant Bank AG und der Radicant Business Services AG nicht wie vorgesehen realisieren, heisst es weiter.
Drei Führungskräfte räumen ihre Posten
Fortan fokussiere die Digitalbank ihr Angebot "auf Privatkundinnen und -kunden sowie auf KMUs im Banking, bei Finanzanlagen und in der Administration", schreibt die BLKB. Das Wachstum wolle man mit Vertriebspartnerschaften und Kooperationen mit Unternehmen beschleunigen. Radicants Breakeven erwartet die Bank neu 2029 – davor war noch von 2027/2028 die Rede gewesen, wie "SRF" hinzufügt, das die Vorkommnisse als "Bankenbeben" bezeichnet.
"Mit den geplanten einschneidenden Massnahmen und einer deutlich tieferen Kostenstruktur hält die Finanzgruppe an der Diversifikationsstrategie mittels der Digitalbank Radicant fest, auch wenn sich die strategischen Erwartungen insbesondere an das Treuhandgeschäft nicht erfüllt haben. Im wachsenden Markt der Retail- sowie Affluent-Kundinnen und -Kunden wird die BLKB Radicant nutzen, um das längerfristige erfolgreiche Wachstum der Bank sicherzustellen", lässt sich Thomas Schneider, Bankratspräsident der BLKB, zitieren.
Schneider ist eine von drei Führungspersonen, die in der gleichen BLKB-Mitteilung ihren Rücktritt ankündigen. Der Bankratspräsident will sein Amt per Mitte 2026 zur Verfügung stellen, ein Jahr vor Ablauf der derzeitigen Amtsperiode. Den Hut nimmt auch BLKB-CEO John Häfelfinger. Er ist seit 9 Jahren CEO der Bank und verlässt das Unternehmen Ende März 2026. Noch früher, nämlich Ende 2025, stellt Marco Primavesi, Verwaltungsratspräsident der Radicant, sein Amt zur Verfügung. Dafür stösst Matthias Kottmann, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter des Geschäftsbereichs private Vermögens- und Finanzberatung der BLKB, zum Gremium dazu.
Am 11. Juni 2025 ist das Finale der diesjährigen Swiss Fintech Awards ausgetragen worden. Die Start-ups Tiun und Taurus sowie Marc Bernegger als "Fintech Influencer" erhielten Auszeichnungen, wie Sie hier lesen können.
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