EU-Kommission äussert konkrete Bedenken am Oracle/Sun-Deal wegen MySQL
Die EU-Kommission hat weiterhin Bedenken bezüglich Suns Übernahmen durch Oracle und hat deswegen eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes macht diese vor allem an der Datenbank MySQL fest. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: "Wenn das weltweit führende Unternehmen im Bereich proprietäre Datenbanken das weltweit führende Unternehmen im Bereich Open-Source-Datenbanken zu übernehmen gedenkt, muss die Kommission die Auswirkungen auf den Wettbewerb in Europa äußerst sorgfältig prüfen."
Oracle hält die Bedenken der EU-Kommission für falsch. Gerade die Open-Source-Natur von MySQL sollte jegliche Bedenken zerstreuen, da diese deshalb nicht von einem Einzelnen kontrolliert werden könnte. Auch führt das Unternehmen das Einverständnis der amerikanischen Wettbewerbsbehörden als Beleg für seine Position an.
Die Position der EU-Kommission wird von MySQL-Gründer Michael "Monty" Widenius unterstützt. Vorige Woche hatte dieser in einem Interview angegeben Oracle sei für ihn der Hauptkonkurrent von MySQL. Auch andere schlagen in diese Bresche und führen dabei das Argument an, dass es sich bei Open Source um eine Distributionsmethode handle. MySQL würde aber von der dahinter stehenden Firma abhängen, die die Weiterentwicklung ja schliesslich mit ihren Gewinnen finanziere. Ausserdem hätte Sun seinerzeit wohl kaum eine Milliarde Dollar für MySQL bezahlt, wenn man das Produkt auch umsonst hätte haben können.
Die Kommision muss nun bis zum 19. Januar 2010 entscheiden, ob durch den geplanten Zusammenschluss der wirksame Wettbewerb erheblich beeinträchtigt würde.
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