EU will Behinderten Zugang ins Netz erleichtern

Uhr | Aktualisiert
Die EU-Kommission fordert Webdesigner auf, bei der Gestaltung einer Site mehr auf die Bedürfnisse von Gehörlosen, Blinden und älteren Menschen zu achten. Vorschläge stellte der für die Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen gestern Dienstag in Brüssel vor. Denn für die 37 Millionen Behinderten und die wachsende Zahl Senioren in der Europäischen Union wächst durch die Zunahme elektronischer Behördendienste (E-Government) die Gefahr einer ernsthaften sozialen Ausgrenzung, wenn der Zugang und Umgang mit dem Internet nicht erleichtert wird. Daher hat die Web Accessibility Initiative des World Wide Web Consortium (W3C/WAI) mit Unterstützung des Forschungsprogramms der Europäischen Kommission für Telematikanwendungen Leitlinien erarbeitet. Sie stellen einen freiwilligen Rahmen für Anbieter öffentlicher Informationen und Websitegestalter dar, der bestimmte informelle Regeln für Aufbau und Design von Web-Angeboten vorgibt. Ungünstiges Webdesign für Behinderte sind gemäss Liikanen Seiten mit Tabellen, die von den Bildschirmlesern blinder Menschen nicht vorgelesen oder in Braille-Schrift umgesetzt werden könnten. Dies könne leicht durch Ersatztexte und spezielle Codes verhindert werden. Günstig seien multimediale Inhalte wie Filme, Animationen und Videokonferenzen, die im Fernunterricht, elektronischen Handel, in den Nachrichten oder in der Unterhaltung verstärkt Einzug hielten. Viele seien aber für Behinderte nur teilweise zugänglich. Die meisten Schwierigkeiten seien durch Ergänzung beschreibender Texte oder durch Transkriptionen audiovisueller Inhalte leicht zu lösen.