In der EU soll SMS-Roaming billiger werden - auch in der Schweiz?
SMS-Roaming soll in der EU billiger werden. Dies beschloss die EU-Kommission. Bereits im kommenden Sommer soll der Versand einer SMS maximal 11 Cent (17,8 Rappen) plus Mehrwertsteuer (MwSt) im EU-Ausland kosten. Die EU-Staaten und das EU-Parlament müssen der Regelung noch zustimmen. Dies ist die Hälfte dessen, was Schweizer Anbieter derzeit für SMS aus einem EU-Land verrechnen.
Federführend war wieder EU-Telekomkommissarin Viviane Reding. "SMSlen oder surfen sollte im EU-Ausland für die Konsumenten nicht substanziell teurer sein als daheim", betonte Reding. Die derzeitigen so genannten Roaming-Tarife stünden in keinem Verhältnis zu den Kosten der Anbieter.
Bisher liegt der EU-Durchschnitt bei 29 Cent pro SMS aus dem Ausland, in einigen Ländern müssen sogar 80 Cent berappt werden. Die neue Obergrenze von 11 Cent, die ab Juli 2009 gelten soll, sei «großzügig», sagte Reding. Die Kosten für die Mobilfunkanbieter lägen unter einem Cent pro SMS: «Kein Anbieter wird deswegen pleitegehen.» Laut dem Kommissionsvorschlag sollen Kunden zudem eine automatische Nachricht erhalten, in der sie über die Entgelte für das Datenroaming des Landes informiert werden, in dem sie sich befinden
Damit sei man aber noch nicht am Ende der Fahnenstange, weitere Schritte sind bereits in Planung. So sollen ab 2012 die Kosten für Telefongespräche weiter sinken. Reding hatte erst im Juli 2007 den sogenannten Eurotarif durchgesetzt, bei dem Anrufe maximal 46 Cent pro Minute und angenommene Gespräche höchstens 22 Cent kosten dürfen. Ab 2012 soll ein abgehendes Gespräch höchstens 34 Cent und ein angenommenes im Ausland maximal 10 Cent kosten. Außerdem will die Kommission, dass künftig die Gespräche sekundengenau abgerechnet werden: Bisher zahlten die Verbraucher wegen Abrechnungen im Minutentakt rund 24 Prozent zu viel.
Obwohl die Regelung nicht für die Schweiz gelten wird, dürfte sie auch hierzulande Auswirkungen haben. So half Frau Reding bereits bei der Senkung der Roaming-Gebühren im letzten Jahr. Auch Marc Furrer, Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom), sprach sich gegenüber Cash Daily deutlich aus: „Die Preise müssten runter."
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