SwissICT-Salärstudie 2026

ICT-Löhne legen kaum noch zu

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von Joël Orizet und Netz-KI Bot und tse

Die Löhne in der Schweizer ICT-Branche sind 2026 insgesamt nur noch um 0,2 Prozent gestiegen. Hoch spezialisierte Fachkräfte verzeichnen zwar Zuwächse, Beschäftigte im unteren Management verdienen hingegen weniger als 2020. Homeoffice gehört inzwischen zum Standard, eine Entschädigung dafür bleibt jedoch die Ausnahme.

(Source: Philip / AdobeStock.com)
(Source: Philip / AdobeStock.com)

Der jahrelange Aufwärtstrend bei den ICT-Löhnen flacht deutlich ab. Der Gesamtmedian liegt 2026 lediglich 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie der Verband SwissICT mitteilt. Bereits 2025 hatten die Saläre mit 0,4 Prozent nur noch leicht zugelegt. In den beiden Jahren davor waren es noch 1,7 beziehungsweise 1,8 Prozent gewesen.

SwissICT spricht deshalb vom Ende des Post-Corona-Booms. Der Verband bringt die Entwicklung unter anderem mit der Inflation und dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz in Verbindung. Die Umfragedaten zeigen allerdings in erster Linie, dass sich die Löhne je nach Qualifikations- und Führungsstufe unterschiedlich entwickeln. Einen ursächlichen Zusammenhang mit KI oder Inflation lässt sich daraus nicht ableiten.

Unteres Management verdient weniger als 2020

Der Median bezeichnet den mittleren Wert aller erfassten Löhne: Eine Hälfte liegt darüber, die andere darunter. Für Lohnvergleiche ist der Median oft aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil einzelne besonders hohe Einkommen diesen deutlich nach oben verschieben können.

Säulendiagramm zur Entwicklung des Gesamtmedians der ICT-Saläre von 2014 bis 2026. Nach 120'000 Franken im Jahr 2014 steigt der Wert mit einzelnen Rückgängen auf 130'200 Franken 2026. Seit 2024 flacht das Wachstum deutlich ab.

Der Gesamtmedian der ICT-Saläre steigt 2026 nur noch leicht auf 130'200 Franken. (Source: SwissICT)

Auf der Fachstufe Senior liegt der Medianlohn 2026 bei 130'650 Franken und damit praktisch auf dem Vorjahresniveau. Seit 2020 stiegen die Saläre von Juniors um 1,3 Prozent und jene von Professionals um 1,9 Prozent. Im unteren Management liegen die Löhne nominal sogar 0,5 Prozent unter dem Stand von 2020.

Hoch spezialisierte Fachkräfte legen weiter zu

Anders sieht es am oberen Ende der Fachlaufbahn aus. Auf der Senior-Expert-Stufe stieg der Medianlohn 2026 um 2,8 Prozent auf 177'938 Franken. Seit 2020 entspricht das einem Plus von 16,2 Prozent. Somit liegt der Medianlohn auf dieser Fachstufe deutlich über den 156'000 Franken im mittleren Management. Das obere Management verzeichnet seit 2020 seinerseits ein Lohnplus von 17,9 Prozent.

SwissICT führt die Entwicklung bei hoch spezialisierten Fachkräften auf die starke Nachfrage etwa in den Bereichen KI, Cloud, Cybersecurity und Daten zurück. In diesen Bereichen übersteige die Nachfrage das Angebot, sagt Urs Gurtner-Oesch, Leiter der Arbeitsgruppe ICT-Saläre bei SwissICT.

Bei Neueinstellungen auf Junior-Stufe liegt das Salär 2026 laut SwissICT im Mittel bei 80'000 Franken. Das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Homeoffice ist Standard, Entschädigungen sind selten

Ergänzend zur Salärstudie untersuchte SwissICT erneut die Anstellungsbedingungen. 94 Prozent der teilnehmenden Unternehmen ermöglichen Homeoffice, nur 6 Prozent verlangen eine vollständige Präsenz im Büro. Am häufigsten schreiben die Unternehmen drei Bürotage pro Woche vor.

Für die Arbeit zu Hause erhalten die Beschäftigten allerdings nur selten zusätzliche Unterstützung. 83 Prozent der Unternehmen zahlen keine finanzielle Entschädigung für Homeoffice, 92 Prozent stellen dafür keine materielle Ausstattung zur Verfügung. Grössere Unterschiede bei den Anstellungsbedingungen zeigen sich gemäss SwissICT zwischen den Branchen als zwischen den Regionen.

Für die ICT-Salärstudie 2026 wertete SwissICT 37'112 Lohnangaben aus 214 Unternehmen unterschiedlicher Grösse aus. Der Verband führt die Erhebung seit 1981 jährlich durch und gliedert die Saläre nach Funktionen sowie Fach- und Managementstufen. Die detaillierten Ergebnisse sind nicht frei zugänglich; SwissICT verkauft die Auswertungen in verschiedenen Formaten.


Übrigens: Eine vielbeachtete Studie der KOF-Ökonomen Jeremias Klaeui und Michael Siegenthaler deutet darauf hin, dass generative KI in der Schweiz zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in stark KI-exponierten Berufen beiträgt - wie Siegenthaler die Ergebnisse einordnet, lesen Sie hier.

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