Integralis warnt: Neue Sicherheitslücken in 13 Handymodellen
Der europäische IT-Security-Dienstleister Integralis warnt vor neu identifizierten Bluetooth-Sicherheitslücken in 13 untersuchten Handytypen. Dabei handelt es sich um die zum Teil neuesten Handymodelle der Hersteller Nokia, Panasonic, Siemens und Sony Ericsson. Bereits im März hatte Integralis eine gravierende Schwachstelle bei vier gängigen Handymodellen von Nokia und Sony Ericsson entdeckt, die mit der Bluetooth-Schnittstelle in diesen Mobiltelefonen zusammenhängt. Sämtliche Angriffe via Bluetooth sind je nach Gerät in einem Umkreis zwischen 10 und maximal 100 Metern durchführbar. Hacker benötigen für ihre Angriffe lediglich einen Laptop oder einen Linux-betriebenen PDA. Alle Angriffsarten erfordern keinen physischen Kontakt zwischen Angreifer und Handy. Integralis und Xonio hatten die Handys auf drei verschiedene Angriffsmöglichkeiten getestet: Snarf-Attacken, Chaos-Attacken und Denial of Service-Attacken (DoS). Sechs der 23 getesteten Handy-Modelle weisen eine Schwachstelle auf, welche sie für Snarf-Attacken anfällig macht. Mit Snarf-Attacken manipuliert ein Hacker die gespeicherten Handy-Daten wie Adressverzeichnisse, Kalender, Uhr, Visitenkarte, Indentity Codes, ohne dass dies auf dem Handy des Opfers angezeigt wird. Vier der getesteten Mobiltelefone sind gegen Chaos-Attacken ungeschützt. Mit Chaos-Attacken können Hacker unter anderem via Laptop oder PDA heimlich über die Handys Telefonate einleiten – zum Beispiel auch an kostenpflichtige 0190-Nummern. Hacker können zudem aktuelle Gespräche des Nutzers unterbrechen. Sechs der getesteten Modelle sind anfällig für so genannte Denial of Service-Attacken. Bei den betroffenen Handys kann der Hacker das Gerät so blockieren, dass es neu gestartet werden muss. Bei einigen Handys können auf diese Weise ausserdem Anrufe unterbrochen werden. Integralis empfiehlt Handy-Nutzern daher, die Bluetooth-Funktionalität in ihren Handys und PDAs nur in sicheren Umgebungen zu aktivieren und keinesfalls an öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Messen. Zudem sollte der Sichtbarkeitsmodus immer ausgeschaltet sein, was allerdings keinen Schutz vor Angriffen garantiert. Ausserdem sollten Handy-Besitzer sich bei ihren Herstellern nach neuen Firmware-Versionen für ihre mobilen Endgeräte erkundigen.
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