Letzte Meile: Es geht doch nicht so schnell

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Trotz der vom Bundesrat beschlossenen Öffnung der letzten Meile per 1. April 2003 ist in den nächsten 2-3 Jahren aufgrund der von Swisscom dagegen angekündigten Opposition wenig Konkretes im Sinn einer tatsächlichen Öffnung zu erwarten. Ursula Widmer, Geschäftsführerin des Verbands Inside Telecom VIT, in dem die alternativen Telcos zusammengeschlossen sind, rechnet nicht mit einer Implementierung der neuen Bestimmungen der Fernmeldediensteverordnung (FDV), bis dazu entweder ein Bundesgerichtsentscheid vorliegt oder bis das Parlament die in der Verordnung angestrebte Öffnung auch im Fernmeldegesetz festgeschrieben hat. Insofern ist der Bundesratsentscheid sehr zu begrüssen, hat aber für sich allein eine begrenzte Tragweite, meinte Widmer gegenüber dem NetzwocheTicker. Es sei auch nicht sicher, ob das Bundesgericht bei einem allfälligen Rekurs der Swisscom gegen eine Verfügung der ComCom bereit ist, einen Entscheid zu fällen, bevor das Parlament, der Gesetzgeber, sich dazu definitiv geäussert hat. Und auch wenn diese Fragen einmal geklärt sind, wird die Umsetzung nicht von einem Tag auf den anderen erfolgen können. Denn dann müssten noch Fragen auf technischer Ebene geklärt und die Preise für die Mitbenutzung der Kupferleitungen auf der letzten Meile festgesetzt werden. Ursula Widmer: Ein Blick nach Deutschland oder Grossbritannien, wo das Monopol auf der letzten Meile längst gefallen ist, zeigt, dass sich dort bisher noch nicht sehr viel geändert hat. Denn den ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom und BT stünden Obstruktionsmöglichkeiten zur Verfügung, die sie auch weidlich ausnützten. Es ist zwar möglich, dass ein Telekommunikationsdiensteanbieter nach dem 1. April bei der ComCom ein Entbündelungsgesuch einreicht und versucht, ein Interkonnektionsverfahren direkt anzustreben, so Widmer weiter, aber je nach Umfang des Verfahrens kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis dieses entschieden wird.