Lycos steigert Umsätze und will Werbe-Standards

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Lycos Europe, an dem Bertelsmann beteiligt ist, gab gestern Donnerstag nach Börsenschluss bekannt, der Umsatz sei im vergangenen Geschäftsjahr (1. Juli bis 31. Dezember) gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr um 20 Prozent auf 68,8 Millionen Euro gestiegen, dies vor allem durch Zukäufe. Weiter teilte das Unternehmen mit, die Bereiche E-Commerce, Shopping und Internetzugang seien um 72 Prozent auf 48 Millionen Euro angewachsen. Zudem hätten diese Bereiche 70 Prozent der Umsätze eingebracht, der Umsatz aus der Werbung, der die restlichen 30 Prozent der Umsätze von Lycos ausmacht, sei hingegen um beinah 29 Prozent zurückgegangen. Dennoch gab sich Lycos-Vorstandsvorsitzender Christoph Mohn in einem Interview mit dem Tagesspiegel von heute gerade in diesem Bereich optimistisch: Nach dem Fernsehen ist das Netz das am stärksten genutzte Medium. Aber wenn das Nutzerverhalten sich verändert, muss sich auch das Verhalten der Werbetreibenden wandeln. Bislang haben es jedoch die Online-Anbieter nicht geschafft, Standards für eine vernünftige Werbebudget-Planung im Netz zu schaffen. Dies will Lycos zusammen mit Partnern der Werbeindustrie nachholen und die Ergebnisse im Sommer vorstellen. Und falls die Werbeeinnahmen stimmen, will Mohn die meisten Lycos-Inhalte weiterhin kostenlos anbieten. Zu seinen weiteren Zahlen gab Lycos lediglich Schätzungen bekannt: Es wird ein EBDITA-Verlust von 48 bis 50 Millionen Euro und ein Nettoverlust von 67 bis 70 Millionen Euro erwartet. Das Geschäftsjahr 2001 dauerte bei Lycos bloss ein halbes Jahr, weil der Verwaltungsrat im November beschlossen hatte, dieses, das bis jetzt am 30. Juni endete, bereits am 31. Dezember abzuschliessen. Die vollständigen Geschäftszahlen fürs Jahr 2001 will Lycos am 12. März nach Börsenschluss bekannt geben.