Neuer Skandal bei der Deutschen Telekom

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von cwe@netzwoche.ch
Offenbar wurden bei der Deutschen Telekom illegal Provisionen in Millionenhöhe kassiert. Gemäss einem Bericht von Spiegel Online wurden Hunderttausende Datensätze von Telekom-Kunden entwendet und landeten über dubiose Kanäle im Ausland - besonders oft in der Türkei. Unter anderem wurden die Daten, die häufig auch die Bankverbindungen der Telekom-Kunden enthielten, von deutschsprachigen Mitarbeitern türkischer Callcenter dazu benutzt, den Kunden angeblich im Auftrag der Telekom neue Verträge zu verkaufen, so der Spiegel. Im Anschluss seien die so erzielten Aufträge über Subunternehmer offiziell bei der Telekom eingereicht und Provision kassiert worden. Die türkischen Callcenter seien offensichtlich Teil eines organisierten Systems, das seinen Ursprung in Deutschland hat. In Einzelfällen betrug der Schaden pro Tag und Callcenter mehr als 100’000 Euro. Auf den Spiegelbericht hin meldete sich die deutsche Telekom in einer Pressemitteilung zu Wort: Es handle sich nicht um eine neue Datenpanne, man habe bereits 5. Oktober 2009 bekannt gegeben, dass gegen unseriöse Methoden durchgegriffen werde, so der Konzern. Ob und in welchem Umfang in diesen Betrugsfällen Daten der Deutschen Telekom verwendet wurden, stehe nicht fest. Die dem Konzern bekannten Vorfälle beziehen sich auf Daten, die vor 2009 zusammengestellt wurden. Dabei könnten die Datensätze auch durch Telefonaktionen Dritter angereichert worden sein oder vollständig aus anderen Quellen stammen.