Von der KI-Adoption zur KI-Transformation
Zwischen Marketingversprechen, Managementrhetorik und operativer Realität bleibt die KI-Transformation für viele Unternehmen schwer greifbar. Hier lesen Sie, welche Zutaten für eine strukturierte Transformation entscheidend sind.
KI-Transformation ist eine Herkulesaufgabe. Generative KI entfaltet eine starke disruptive Energie und kommt mit grosser Geschwindigkeit. Sie ist anders als alle bisherigen Digitalisierungsvorhaben. Sie ist erstens nicht deterministisch und damit unvereinbar mit der etablierten Perfektionismuskultur. Und zweitens ist sie keine Lösung, sondern eine neue Capability, und verändert die Natur der Wissensarbeit selbst. Aus diesen zwei Gründen scheitern klassische Vorgehensweisen.
Aus der Praxis lassen sich einige Bausteine ableiten, die helfen, die Transformation strukturiert anzugehen.
Adoption der Mitarbeitenden
Viele Unternehmen sind beim Einsatz von KI für die persönliche Produktivität bereits erfolgreich. Das ist der erste Schritt der Transformation, aber nur mit bewusstem Effort möglich. Die Basis legt ein KI-Literacy-Programm, das alle Mitarbeitenden durchlaufen müssen: Was ist KI? Wo liegen die Risiken? Darauf aufbauend können Tools für die persönliche Produktivität bereitgestellt werden. Die Einführung muss unbedingt durch User-Adoption-Massnahmen wie Schulungen, Championsprogramme, Hackathons und weitere Formate unterstützt werden. Dieser Schritt ist unabdingbar, sonst nutzen die User ShadowAI, was erst recht zu einem Compliance-Problem wird.
Transformation auf Stufe Unternehmen
Schon schwieriger ist die Frage, was ein Unternehmen mit KI erreichen will. Geht es top-down, also strategisch, oder bottom-up aus den Organisationseinheiten heraus? Oft fehlt der Mut zur Veränderung. Es gibt viele legitime Gründe, KI nicht einzusetzen: zu hohe Kosten, Souveränität, Datenschutz oder rechtliche Unsicherheiten. Diese Rahmenbedingungen müssen in die Architektur eingebaut werden und dürfen nicht als diffuse Ängste im Raum stehen bleiben. Was funktioniert? Eine erfolgreiche KI-Transformation braucht vier unabdingbare Zutaten:
- Top-down: Strategisch aus der Geschäftsleitung heraus erfolgt eine klare Message, was mit KI erreicht werden kann und soll. Das braucht Mut und Geld und funktioniert in kleinen Unternehmen oft besser.
- Bottom-up: Geschäftsprozesse werden aus Sicht der Kunden neu gedacht. Hier kann ein Return on Investment entstehen und ein Impact auf die P&L erfolgen.
- Plattform: Die IT baut eine Plattform für Agentic Use Cases. Diese garantiert eine einheitliche, sichere und skalierbare Agentic-AI-Umgebung. Sie enthält auch ein Governance Framework und schafft Klarheit bezüglich Datenschutz.
- Daten: Viele Unternehmen haben keine einheitliche Datenplattform, keinen ausreichenden Zugriff auf Daten, veraltete oder falsche Daten, keinen Lifecycle und keine Datenklassifizierung. KI verstärkt dieses Problem, weil die Antwort legitim aussieht und man nicht mehr erkennt, dass sie auf einer falschen Datengrundlage entstanden ist. Darum gilt: in Datenstrategie und Datengovernance investieren, Klassifizierung, Lifecycle, Digital Decluttering sowie eine einheitliche und skalierbare Datenplattform aufbauen.
Wo anfangen?
Die Praxis hat gezeigt, dass der Bau eines Fundaments aus Plattform, Daten und Literacy am besten funktioniert. IT-Abteilungen wissen, wie man eine Plattform baut, und haben das schon mehrfach getan. Literacy schafft Mehrwert in Kombination mit dem Rollout einer Lösung für persönliche Produktivität wie Copilot, denn so wird KI für die Benutzer erlebbar. Der Sprung zur echten KI-Transformation gelingt erst, wenn das Fundament trägt und Top-down und Bottom-up zusammenspielen.
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