Nie mehr ohne: Wie das Mobiltelefon unser (Liebes)leben verändert
Die Mobiltelefonie trägt einen wesentlichen Teil zu verändertem Sozialverhalten und Lebensumständen der Menschen bei. So beeinflusst das Handy nicht nur das Liebesleben junger Leute, in dem zum Beispiel Einladungen zum Rendevous per SMS verschickt werden. Es hilft unter anderem auch, den Austausch zwischen den Generationen zu erleichtern und familiäre Bande enger zu knüpfen. Dies sind Ergebnisse der in Grossbritannien vom Gerätehändler The Carphone Warehouse und der London School of Economics vorgestellten Studie "The Mobile Life Report 2006". Befragt wurden 16'500 erwachsene Handynutzer zu den Bereichen Gesellschaft, Familie, Beziehung und Arbeit. 92 Prozent der Befragten haben ausgesagt, sie könnten sich einen normalen Tag ohne Handy nicht vorstellen. 9 Prozent der 18-24-Jährigen gaben sogar an, von ihrem Gerät abhängig zu sein. In dieser Altersgruppe ist besonders den Frauen das Handy äusserst wichtig. 32 Prozent gaben an, sie hätten lieber ein Handy als einen Fernseher, während nur elf Prozent eher auf ihr Telefon verzichten würden. Innerhalb der Familie kann das Mobiltelefon institutionalisierte Rollenmuster verändern, indem Eltern ihre Kinder oft um Hilfe im Umgang mit ihren eigenen Geräten bitten. Auch auf der Beziehungsebene lassen sich Rückschlüsse auf Veränderungen im sozialen Umgang aufgrund des Mobiltelefongebrauchs ziehen. So wird das Handy von mehr als der Hälfte der 18- bis 24-Jährigen zur Partnersuche eingesetzt, oder es dient als psychologische Barriere, um zum Beispiel im Zug nicht in ein unerwünschtes Gespräch verwickelt zu werden, heisst es in der Studie. Ausserdem können mit Hilfe von Mobiltelefonen innerhalb einer Partnerschaft Kontakte aufrechterhalten werden, von denen der andere nichts wissen darf. Fast die Hälfte der Befragten benutzt ihr Handy für ihre Arbeit, 24 Prozent davon regelmässig. Allerdings erhalten Menschen, die ihr Mobiltelefon für die Arbeit benutzen, täglich bis zu 50 Prozent mehr geschäftliche Anrufe also solche, die ihr Handy nur privat nutzen. Laut der Studie machen Handybenutzer im Allgemeinen mehr Gebrauch vom Versenden von Textnachrichten als vom Telefonieren. Durchschnittlich 3,6 SMS werden pro Tag verschickt, aber nur 2,8 mal telefoniert. Erst in der Altersgruppe ab 50 Jahren spielt das Telefonieren eine grössere Rolle.
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