Ombudscom mit 35 Prozent mehr Anfragen
Bei der Schlichtungsstelle der Telekommunikationsbranche Ombudscom gingen im zweiten Halbjahr 2008 35 Prozent mehr Anfragen ein als noch im ersten Halbjahr. Aus den 720 Anfragen ergaben sich 210 formelle Fälle und damit etwa gleich viele wie im ersten Halbjahr 2008 (196 Fälle), erklärt Ombudscom. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Stiftung Fälle, die eigentlich schon abgeschlossen waren, öfter wieder aufgreifen müsse, weil sich Anbieter oder Kunde nicht an die Zahlungsabmachungen hielten. Obwohl die Fälle komplizierter und langwieriger werden, konnten 90 Prozent der Fälle gelöst werden – die meisten innerhalb von drei Monaten, wie Ombudscom erklärt. Bei den Beschwerdegründen hätten die Klagen über die Dienstleistungsqualität und den Kundendienst um über 60 Prozent zugenommen. Ausserdem stiegen laut Ombudscom die Rechnungsreklamationen um 40 Prozent. Dies lasse sich teilweise auf die sehr teuren Roamingkosten und das Surfen mit dem Handy ohne besondere Vorkehrungen zurückführen. Basierend auf den Erfahrungen der Monate Januar und Februar 2009 und aufgrund der Informationspflicht der Anbieter erwartet die Stiftung in diesem Jahr etwa doppelt so viele Anfragen wie 2008 und ein Drittel mehr Fälle.
Ombudscom gibt darüber hinaus bekannt, dass seine Ombudsfrau Carol Franklin Engler die Stiftung verlassen wird, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Sie wird sie sich im Laufe dieses Jahres anderen Aufgaben zuwenden, heisst es bei Ombudscom. Franklin Englers Verdienst bei Ombudscom ist es, den Verein in eine Stiftung überführt zu haben.
Der Verein Ombudscom wurde 2005 von Swisscom, Cablecom, Orange und Sunrise ins Leben gerufen und am 1. Juli 2008 unter der Aufsicht des Bundesamts für Kommunikation in eine unabhängige Stiftung überführt. Aufgabe der Schlichtungsstelle ist es, zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Kunden und Anbietern von Fernmelde- oder Mehrwertdiensten beizulegen, ohne an ein Gericht gelangen zu müssen.
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