Outsourcing: Unzufriedenheit und Tendenz zu Zweitgutachten
Viele Unternehmen würden bei einer erneuten Outsourcing-Entscheidung mehr Sorgfalt an den Tag legen und zur Absicherung der Auslagerungsstrategien würden auch verstärkt Zweitgutachten eingefordert werden. Dies geht aus einer Erhebung des Beratungsunternehmens Active Sourcing hervor. Danach urteilt etwa ein Viertel der über 200 befragten Outsourcing-Anwender, dass sie ihre seinerzeitige Auslagerungsstrategie aus heutiger Sicht in „sehr wesentlichen“ Zügen anders gestalten würden. Für weitere 38 Prozent gilt diese Einschätzung teilweise, während lediglich zwei von fünf Firmen mit ihrer ursprünglichen Entscheidung weitgehend zufrieden sind.
Die Gründe für diese Einschätzungen sind vielfältig und laut Active Sourcing vor allem durch die Praxiserfahrungen geprägt. So haben sich bei mehr als einem Drittel der Firmen die Kriterien für die Auswahl des geeigneten IT-Providers und die Methodik des Transfers der ausgelagerten IT-Funktionen auf den Dienstleister rückblickend als nicht optimal erwiesen. Allerdings werden von einer noch grösseren Zahl weitere Aspekte kritisch bewertet. Dazu gehören die vereinbarten Preismodelle (37 Prozent) ebenso wie die praktische Umsetzbarkeit der Vertragsregelungen (40 Prozent) und vor allem die Leistungsqualität der Services (42 Prozent). Aber auch mit den Innovationseffekten sind 24 Prozent der Anwender unzufrieden, ebenso würde heute jedes vierte Unternehmen den Umfang und die Struktur der auf Dienstleister übertragenen IT-Systeme anders definieren.
Um Probleme zu vermeiden schlägt Active Sourcing vor allem Zweitgutachten nach dem Vier-Augen-Prinzip vor. 19 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich mit dieser Methode „auf jedem Fall“ spätere Probleme hätten vermeiden lassen können, 33 Prozent denken immerhin noch, dass das „vermutlich“ der Fall gewesen wäre. 26 Prozent der Anwender wollen in Zukunft dieses Instrument einsetzen und übe die Hälfte erachtet ein Zweitgutachten als überlegenswerten Schritt.
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