Pascal Couchepin präsentiert die elektronische Versichertenkarte
Gestern präsentierte Bundesrat Pascal Couchepin vor den Medien verschiedene E-Projekte, die die Kontakte auf elektronischem Weg zwischen den Bundesbehörden und der Bevölkerung vorantreiben sollen. Als Beispiele nannte er die neue AHV-Nummer und die Versichertenkarte. Letztere soll im Lauf des nächsten Jahres von den Krankenkassen an die Versicherten geschickt werden. Diese enthält laut Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), administrative Angaben wie Name, Geburtsdatum und AHV-Nummer. Ärzte, Spitäler und Apotheken werden diese Daten für die Rechnungsstellung elektronisch einlesen können, womit sich das Ausfüllen von Formularen erübrigt. Auf Wunsch können die Versicherten auf dem Chip der Versichertenkarte auch medizinische Daten abspeichern lassen, die für eine Behandlung wichtig sein könnten. Bis 2015 sollen im elektronischen Patientendossier weitere behandlungsrelevante Informationen wie Röntgenbilder, Laborbefunde und Medikationsdaten gespeichert werden.
Die Versichertenkarte ist Teil der bundesrätlichen E-Health-Strategie. Allerdings ist die Karte unter Ärzten und Politikern umstritten. Sie sei überflüssig und koste zu viel, so die Gegner. Auch die parlamentarisch-wirtschaftliche Initiative „ePower für die Schweiz“ nahm diese Präsentation zum Anlass, ihre Argumente anzubringen: Mit der unglücklich aufgesetzten und verspätet eingeführten Versichertenkarte werde die Chance verpasst, das Schweizer Gesundheitswesen massgeblich weiterzubringen, heisst es in einem Medienversand. Sie fordert, dass gleichzeitig auch eine Gesundheitskarte eingeführt wird – analog zu den Bemühungen in der EU.
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