Real Media und 24/7 Media geben Merger bekannt

Uhr | Aktualisiert
Die Real Media Gruppe wird in das amerikanische Online-Werbeunternehmen 24/7 Media integriert. Dies teilten beide Unternehmen gestern mit. PubliGroupe, bisherige Mehrheitsaktionärin von Real Media erhält eine Beteiligung von 15,6 Prozent an der neuen Firma, die unter dem Namen 24/7 Real Media auftreten wird. Laut Medienmitteilung von Publigroupe bleibt die auf dem Schweizer Markt tätige Real Media AG, die in letzter Zeit einige Kundengewinne verzeichnen konnte, ebenso wie Publimedia webadvertising AG, unter der Kontrolle von PubliGroupe. 24/7 Real Media mit Hauptsitz in New York wird von Ex-24/7-Chef David J. Moore geleitet. Laut Moore ergänzen sich Real Media und 24/7 Media vor allem bezüglich ihrer Produkte hervorragend. Doch auch hinsichtlich der Marktabdeckung macht der Zusammenschluss Sinn: 24/7 Media hatte sich dieses Jahr aus Europa zurückgezogen, wo Real Media stark vertreten ist. Beide Unternehmen kämpften zuletzt mit finanziellen Problemen. 24/7 Media musste im zweiten Quartal 2001 grosse Verluste hinnehmen und strengte im September gar Massnahmen an, um den Ausschluss vom Nasdaq zu verhindern. Durch den Merger soll nun ein Einsparungspotenzial von 10 Millionen Dollar im operativen Geschäft entstehen. PubliGroupe gewährt nach eigenen Angaben eine weitere maximale Finanzierung von 7,5 Millionen Dollar, welche die Integrationskosten von Real Media in die neue Gruppe abdeckt und zur künftigen Entwicklung beiträgt. Der Betrag stelle die letzte Verpflichtung der PubliGroupe in diesem Sektor dar und werde der Rechnung 2001 belastet. Mit den bisher erlittenen Verlusten und den Abschreibungskosten von Real Media weite sich der der Jahresrechnung belastete Betrag auf 63 Millionen Franken aus, das sind 30 Millionen mehr als erwartet. Der gesamte im Onlinegeschäft erlittene Verlust wird entsprechend von den am 4. September 2001 in Aussicht gestellten 50 Millionen Franken auf 80 Millionen ansteigen. Auch aus diesem Grund erwartet Publigroupe einen substantiellen Verlust fürs Geschäftsjahr 2001, rechnet aber bereits 2002 mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.