SBB will Flop bei MMS-Tickets abwenden

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Die SBB haben bei der Einführung von elektronischen Ticketingsystemen für ihre Privatkunden weiterhin keine besonders glückliche Hand. Sieben Monate nach der Einführung des MobileTickets, der Möglichkeit, Billette direkt per MMS auf das Handy zu bestellen, weist das Bahnunternehmen lediglich 4300 registrierte Kunden für den Dienst auf. Dies bei einem Kundenstamm von 3,5 Millionen Kunden.
Darüber, wie viele der 4300 Kunden tatsächlich auch ein MMS-Ticket bestellt haben, wie viele MMS-Tickets bisher insgesamt verkauft wurden und wie viel Umsatz damit erzielt wurde, schweigt sich das Unternehmen aus. „Zurzeit kommunizieren wir nur die Zahl der registrierten Kunden“, sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage. „Wir haben Kunden, die ein MMS-Ticket gekauft haben und wir haben Kunden, die sehr viele MMS-Tickets gekauft haben.“
Im Januar 2006 nannte ein anderer SBB Sprecher gegenüber der NZZ am Sonntag die Zahl von 300 verkauften MMS-Tickets nach dem ersten Monat, bei einem Stamm von damals 4500 registrierten Kunden. Ob die Zahl der registrierten Kunden seither abgenommen hat oder zumindest seit Januar stagniert hat, konnte Ginsig nicht kommentieren.
Um der Idee des MobileTicket neuen Schub zu verleihen, hat die SBB nun die bisher kostenpflichtige Telefonnummer zum Bestellen der MMS-Tickets zu 1.19 Franken/Minute abgeschafft und mit einer Gratisnummer ersetzt. „Die teilweise unverhältnismässig hohen Kosten für den Ticketkauf waren ein Hindernis, das wir nun aus dem Weg geräumt haben“, sagt Ginsig. Das Problem war bereits im Januar in den Medien thematisiert worden. „Es war bisher die Geschäftspolitik der SBB, den Kunden eine einzige Nummer anzubieten", erklärt Ginsig. "Die SBB rückt mit dieser Gratisnummer nun von dieser Haltung ab.“
Als zweite Verkaufsförderungsmassnahme wird das MobileTicket neu auch für sämtliche Angebote von Click&Rail Schweiz verfügbar gemacht, und der Bezug des MobileTickets kann ab sofort auch online über den „SBB Ticket-Shop“ aufs Handy gesendet werden. Diese Angebots- und Plattformerweiterung soll dem Projekt doch noch zum Erfolg verhelfen. „Wir gehen von einem hohen Wachstum aus,“ sagt Ginsig. „Wir sind überzeugt, dass MMS ein Verkaufskanal der Zukunft ist.“