Betrüger verkaufen ungültige Tickets
Im Ticketverkauf für Grossveranstaltungen und Ausflugsorte sehen Cyberkriminelle ein grosses Betrugspotenzial. Sie locken Fans und Besuchende mit hohen Rabatten auf ihre gefälschten Websites und gelangen so zu Kreditkartendaten.
Wer die Fussball- oder Eishockey-WM hautnah miterleben, den Zoo oder das Lindt-Museum besuchen will, braucht ein Ticket. Das nutzen Cyberkriminelle für ihre Betrugsmaschen aus. Dafür bieten sie auf betrügerischen Websites Tickets zu attraktiven Preisen an, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mitteilt. Statt ein gültiges Ticket zu kaufen, liefern die Betroffenen ihre Kreditkartendaten direkt den Betrügern aus.
Das BACS erhält vermehrt Meldungen über betrügerische Ticketwebsites. Eine davon ist eine Fälschung des Zoo Zürich. Darauf versprechen die Betrüger einen scheinbar grosszügigen Rabatt von 40 Prozent auf Besuchertickets, wie das Bundesamt weiter schreibt. Zudem soll ein Timer von 15 Minuten den nötigen Zeitdruck schaffen, um die User zum Kauf zu drängen. So werde ihnen vor Augen geführt, wie wenig Zeit angeblich noch bleibt, um vom Rabatt zu profitieren.

Gefälschte Ticketverkaufsseite des Zoo Zürich. (Source: BACS)
Auch wer das Schokoladenmuseum von Lindt besuchen will, sollte beim Ticketkauf genauer hinschauen. Die Cyberkriminellen setzten dabei laut dem Bundesamt auf Tippfehler der User im Domainnamen. So wird "Home of Chocolate" zur fehlerhaften Schreibweise "Chochlate" oder zu "Chocolates". Die Betrüger würden also darauf spekulieren, dass sich die Betroffenen vertippen und so unbemerkt auf einer täuschend echt wirkenden Betrugsseite landen.

Gefälschte Website des Lindt-Museums. (Source: BACS)
Um an weitere Opfer zu gelangen, nutzen die Kriminellen auch Dating-Plattformen für sogenannte Romance-Scams. Hier würden sich die Scammer für eine schnelle emotionale Verbindung als sympathische und attraktive Personen ausgeben. Wenig später schlagen sie ihrem Opfer ein Treffen bei einem Konzert oder im Theater vor. Dazu schicken die Betrüger einen Link, der direkt zu einem vermeintlichen Ticketshop führt. Die Website wirkt laut BACS zunächst seriös und professionell gestaltet. Doch meist sind die angebotenen Veranstaltungen gar nicht im offiziellen Programm.
Um nicht in diese Betrugsfalle zu tappen, gibt das Bundesamt für Cybersicherheit folgende Empfehlungen:
- Kaufen Sie Tickets nur über offizielle oder vertrauenswürdige Kanäle: Bevorzugen Sie die von der Veranstaltung zugelassenen Ticketverkaufsstellen (offizielle Websites, anerkannte Verkaufsstellen, offizielle Ticketbörsen). Vermeiden Sie die Graumarkt-Plattformen.
- Seien Sie misstrauisch bei zu guten oder zu dringenden Angeboten: Tickets, die in letzter Minute zum Selbstkostenpreis (oder zu einem zu niedrigen Preis) für eine ausverkaufte Veranstaltung verfügbar sind, oder ein Verkäufer/Käufer, der Sie drängt, die Transaktion sofort abzuschliessen, sollten die Alarmglocken läuten lassen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Betrug handelt, brechen Sie den Austausch mit der Person sofort ab.
- Melden Sie Betrugsversuche: Wenn Sie eine verdächtige Anzeige entdeckt haben oder Opfer eines Betrugs geworden sind, benachrichtigen Sie die Betreiber der Plattform oder der Website, auf der die Kontaktaufnahme stattgefunden hat (Kleinanzeigenplattform, Facebook-Gruppe usw.).
Übrigens: Die Sicherheitsforscher von Check Point Research warnen Fussballfans vor WM-Scams. Dabei locken die Betrüger mit VIP-Tickets, WM-Trikots und angeblich gewinnbringende Wetten auf ihre betrügerischen Websites. Lesen Sie hier mehr dazu.
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