BACS-Tipps für die Ferienzeit

Wie man sich auf Reisen vor Cyberbetrug schützen kann

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von Andreas Huber und jor

Das BACS warnt vor verschiedenen Betrugsmaschen, mit denen Cyberkriminelle versuchen, Reisende auszunutzen. Dazu gehören betrügerische Buchungssites, Smartphone-Diebstahl, falsche Mautgebühren oder Angriffe auf das öffentliche WLAN. Die Behörde gibt Tipps für einfache Vorsichtsmassnahmen, mit denen sich Risiken stark reduzieren lassen.

(Source: Ali Ramazan Çiftçi / Pexels.com)
(Source: Ali Ramazan Çiftçi / Pexels.com)

Die Ferienzeit bedeutet auch Hochsaison für Cyberkriminelle. Reisende geraten bei Hotelreservationen oder dem Ticketkauf schnell ins Fadenkreuz von Cyberkriminellen, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mitteilt. 

Gefahr bei Onlinebuchungen und Ticketkauf

Cyberkriminelle machen sich zunutze, dass Reisende ihre Hotels oder Eintrittskarten gerne online buchen. Sie verbreiten gefälschte Angebote oder setzen täuschend echt aussehende Buchungsseiten ins Netz. Viele Leute kennen zwar laut BACS die Websites bekannter Attraktionen, sind im Ausland allerdings auf korrekte Resultate von Suchmaschinen angewiesen. Betrüger platzieren ihre Phishing-Seiten jedoch oft mit grossem Aufwand zuoberst, damit man sie eher findet. 

Beispiel einer gefälschten Ticketverkaufsseite des Zoo Zürich. 40% Rabatt werden in Aussicht gestellt, wenn man innerhalb von 15 Minuten bestellt. Abgedunkeltes Bild mit Giraffen und Zebras.

Beispiel einer gefälschten Ticketverkaufsseite für den Zoo Zürich. Wer innerhalb von 15 Minuten bestellt, erhält angeblich 40 Prozent Rabatt. (Source: BACS)

In jüngster Zeit erreichten das Bundesamt zudem diverse Meldungen, wonach Reisende nach einer legitimen Buchung zu einer erneuten Zahlung oder Eingabe von Kreditkartendaten gedrängt worden seien. Diese Aufforderungen könnten über Messengerdienste wie Whatsapp auftauchen und seien besonders irreführend, da sie auf konkrete Buchungsdetails verweisen könnten. 

Empfehlungen des BACS:

  • Buchungen nur über offizielle Websites oder Apps bekannter Plattformen vornehmen. Das erste Suchergebnis im Internet ist nicht immer das richtige. Die URL sollte man sorgfältig prüfen. Zudem empfiehlt es sich, Rezensionen anderer Personen zu lesen. 
  • Bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen direkt beim Hotel oder Anbieter nachfragen.
  • Zahlungsbestätigungen über das Handy auf ihre Korrektheit überprüfen.
  • Kreditkartendaten oder Ausweiskopien niemals über Links in E-Mails oder Chat-Nachrichten verschicken.
  • Misstrauisch werden, wenn Angebote deutlich günstiger sind als vergleichbare Angebote.

Smartphone schützen

Auf Smartphones befinden sich oft wichtige E-Mails, Zugänge zu Bank- und Onlinediensten oder auch digitale Tickets und Reisedokumente. Wer sein Smartphone verliert, muss deshalb mit einer Reihe von Unannehmlichkeiten rechnen. 

Empfehlungen des BACS:

  • Regelmässig Backups erstellen - insbesondere auch unmittelbar vor dem Reiseantritt.
  • Gerät immer mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung schützen.
  • Automatische Display-Sperre aktivieren.
  • Betriebssystem und Apps aktualisiert halten. 
  • Funktionen wie "Mein Gerät finden" und "Fernlöschung" aktivieren. 
  • Apps nur aus offiziellen App-Stores installieren.
  • Keine unnötigen Berechtigungen vergeben: Ein Taschenrechner benötigt beispielsweise keinen Zugriff auf die Kamera.

Notrufnummern kennen

Beim Verlust der Kreditkarte ist es wichtig, schnell Gegenmassnahmen zu ergreifen. Man sollte deshalb Notrufnummern von Banken und Kreditkarteninstituten kennen und jederzeit in Reichweite haben. Auch über Mobile-Apps oder E-Banking-Portale lassen sich Karten häufig sperren. Das BACS empfiehlt, stets einen Plan B bereitzuhalten. Dazu gehört beispielsweise, Notfallnummern auf Papier zu notieren sowie Passkopien, Tickets und Reservezahlungsmittel bereitzuhalten. 

Mautgebühren und ESTA-Anträge

Betrugsversuche richten sich laut dem Bundesamt oft gegen Autofahrer. Im Ausland sei es teilweise schwierig, sich mit einer Gebühren- oder Bussgeldsituation auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang warnt die Behörde vor gefälschten Websites für Autobahnvignetten. Verschiedene Länder würden für eine visumfreie Einreise zudem eine elektronische Reiseautorisierung (ESTA) verlangen. Auch dafür gebe es betrügerische Websites. Das BACS empfiehlt deshalb, Vignetten nur über offizielle Kanäle zu kaufen und etwaige Parkbussen auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Wer eine Busse online bezahlen soll, sollte sich zuerst vergewissern, dass es sich um eine offizielle Website handelt. Im Zweifelsfall empfiehlt das BACS, direkt die zuständige Behörde zu kontaktieren.

Öffentliches WLAN

Im Zusammenhang mit kostenlosen WLAN-Angeboten in Hotels, an Flughäfen oder Bahnhöfen besteht unter Umständen ein Restrisiko durch gefälschte oder gekaperte Hotspots. 

Empfehlungen des BACS:

  • ausschliesslich bekannte und vertrauenswürdige WLAN-Netze verwenden.
  • Im Zweifelsfall nach dem offiziellen Netzwerknamen fragen.
  • Zertifikatswarnungen oder entsprechende Hinweise in der App sollte man nicht ignorieren. Sie sind ein starkes Warnsignal, dass die Verbindung nicht mehr vertrauenswürdig ist.
  • Im Zweifelsfall einen VPN-Dienst verwenden. Auch hier gibt es aber schwarze Schafe. Man sollte ein vertrauenswürdiges Angebot wählen.
  • Automatische Verbindungen zu offenen WLANs deaktivieren. 

Wer grundlegende Sicherheitsregeln beachtet, kann das Risiko von Betrug oder Datenverlust deutlich reduzieren, wie das BACS schreibt. 


Auch für Tickets zur Fussball-Weltmeisterschaft gibt es gefälschte Websites im Netz. Lesen Sie hier, wo man diese besser nicht kaufen sollte

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