Smama-Jahresevent

"Schlechter als Nomaden vor einigen tausend Jahren"

Uhr | Aktualisiert

Der neue Verband für Mobile Business Smama lud gestern zum Jahresevent an der ETH Zürich. Dabei zog Präsident Andreas Schönenberger einen interessanten Vergleich.

Der neu gegründete Mobile-Business-Verband Smama hat seine Mitglieder und interessierte Kreise gestern zum Jahresevent an der ETH Zürich eingeladen. In sechs Präsentationen stellten Referenten aus Forschung und Wirtschaft Themen aus dem Bereich Mobile-Business vor.

In ihrer Begrüssungsansprache stellten Geschäftsführer Fritz Reust und Präsident Andreas Schönenberger kurz die Ziele dar, die sich der Verband gesetzt hat. Smama will das Mobile-Business in der Schweiz vorantreiben. Das Ziel sei es, die Nutzung des mobilen Endgerätes als Massenmedium zu positionieren und den Mobile-Markt zu professionalisieren und zu beschleunigen.

Smama-Präsident Andreas Schönenberger führte in seinem Referat die Teilnehmer durch die Menschheitsgeschichte bis ins heutige 21. Jahrhundert. Er meint, dass die Menschen im Aufspüren von Informationen zurzeit schlechter seien als Nomaden vor einigen tausend Jahren mit der Nahrungssuche. Mobile Geräte sollen den Menschen helfen, bei der Informationssuche schneller und besser zu werden. 

Mobiles Marketing

Anschliessend referierte Juliana Sutanto vom mBusiness Lab der ETH Zürich über "Making Research Relevant to the Industry." Sie berichtete über die abgeschlossenen und noch laufenden Untersuchungen im Bereich Mobile an der ETH und die Erkenntnisse, die sich daraus ergaben. Ihr Forschungsgegenstand war der Bereich der mobilen Werbung. In der bereits abgeschlossenen Untersuchung ging es um die Frage, wie mobile Werbung gestaltet sein muss, um vom Nutzer akzeptiert zu werden.

Sutanto und ihr Team fanden dabei unter anderem heraus, dass Nutzer Werbung sehr gut erkennen, selbst wenn sie versteckt sei. Wenn die Werbung allerdings nützliche Informationen beinhalte oder nur dezent gepusht werde, werde sie oft nicht als Werbung erkannt. Zudem werde eine App, die solche Werbung beinhalte, als nützlicher eingestuft als eine komplett werbefreie App.

In einer laufenden Untersuchung in Zusammenarbeit mit Newscron will mBusiness Labs herausfinden, wie mobile News-Aggregatoren am erfolgreichsten sein können. Das Ziel war es, die optimale Vorschau für einen Newsartikel zu finden, so dass möglichst viele Leute diesen Artikel auch anklicken und durchlesen. Bisher stellten die Forscher fest, dass die Länge der Vorschau offenbar entscheidend dazu beitrage. So würden Artikel weniger angeklickt, die einen längeren Vorschautext hätten.

Mobil von Zuhause aus shoppen

Christian Wanner, CEO von Leshop.ch, sprach in seinem Referat über die Entwicklung der iPhone- und später der iPad-App von Leshop.ch. Die Entwickler bei Leshop.ch mussten sich der Herausforderung des unterschiedlichen Einkaufsverhaltens etwa im Vergleich zu Amazon stellen. So landeten mehr Produkte im Warenkorb, es werde öfter eingekauft und das Einkaufen müsse schneller gehen. Letztlich müsse ein gesamter Supermarkt auf ein Smartphone-Display passen.

Leshop.ch sah die Lösung in einer Offline-Synchronisierung. Beim Starten der App werden Preisveränderungen und ähnliches kurz synchronisiert, das gesamte Shoppingerlebnis geschehe dann aber offline, führte Wanner aus. Einzig beim Bestellvorgang müsse der Nutzer noch einmal kurz online gehen. Dass die App funktioniert, zeigen aktuelle Zahlen. Zurzeit werden bereits 19 Prozent aller Bestellungen bei Leshop.ch über mobile Geräte getätigt.

Interessanterweise, so führte Wanner aus, habe man bei Untersuchungen einige Überraschungen erlebt. So kauften beispielsweise 56 Prozent der Nutzer mit ihren mobilen Endgeräten von Zuhause aus ein. Der Grund dafür sei, dass die App offenbar ein besseres Nutzererlebnis biete als die Website. Auch sei der Warenkorb mobiler Bestellungen nicht wie befürchtet kleiner geworden, sondern im Gegenteil sogar eher grösser.

Beim iPad ganz neu starten

Anschliessend präsentierte Wanner die eigens entwickelte App für den iPad, die zurzeit von Apple noch geprüft wird, aber bereits in den nächsten Tagen im Appstore erhältlich sein soll. Man habe nicht einfach die iPhone-App aufblasen wollen, sondern ein eigens auf das Tablet zugeschnittenes Nutzererlebnis schaffen wollen. Dafür habe er seine Entwickler von Beginn auf neu entwickeln lassen, führte Wanner aus.

Ein weiterer Referent am Smama-Jahresevent waren Christian Wenger, Rechtsanwalt von Wenger & Vieli, der präsentierte, wie aus einer Idee ein Start-Up wird und wie sich dieses erfolgreich im Markt platzieren kann, besonders im Mobile-Bereich. Katarina Stanoevska von der Universität St. Gallen referierte über "Enduser-Akzeptanz von Mobilen Marketing-Apps". Abschliessend sprach  Tilke Judd, Product Manager bei Google über "Mobile Innovation at Google".

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