Schweizer Bürger wollen mehr E-Government

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Schweizer Bürgerinnen und Bürger wickeln den Geschäftsverkehr mit den Behörden vermehrt über das Internet ab, sofern das entsprechende Angebot vorhanden ist. Traten vor zwei Jahren noch 12 Prozent der Bürger über das Internet mit der öffentlichen Verwaltung in Kontakt, sind es jetzt bereits 18 Prozent. Und in Zukunft erwarten die Bürger vermehrt elektronische Angebote der Behörden vorzufinden. Zu diesen Schlüssen gelangt die Studie Trendbarometer E-Government, die von Unisys und dem Kompetenzzentrum E-Government der Berner Fachhochschule unter Leitung von Prof. Dr. Heide Brücher durchgeführt wird.
Die Analyse der bereits heute genutzten Behördendienstleistungen via Internet zeigt „Informationen einholen“ (69 Prozent) als Spitzenreiter. An Bedeutung gegenüber dem Vorjahr gewonnen haben „Formulare herunterladen“ (von 40 auf 47 Prozent) und „Steuererklärung ausfüllen“ (von 32 auf 36 Prozent). Stark zugelegt hat auch Nutzung der Möglichkeit, Anfragen an die Behörde zu übermitteln (von 22 auf 29 Prozent). Es sei somit nachweisbar, dass für das elektronische Angebot von Behördendienstleistungen ein Bedarf bestehe, schliessen die Autoren der Studie. Bezüglich der künftig gewünschten Behördendienstleistungen via Internet bestehen aber nach wie vor grosse Erwartungen sowie die Bereitschaft zu deren Nutzung, heisst es in der Studie.
Als grösster Nachteil von Behördenkontakten per Internet wird die Gefahr des Datenmissbrauchs gesehen. Befragte, die dies befürchten, haben von 51 auf 56 Prozent zugenommen. So habe auch der Vertrauensvorsprung von Internetanwendungen von Behörden im Vergleich zu jenen von Privatunternehmen gegenüber dem Vorjahr von 46 auf 44 Prozent abgenommen. Dennoch sind 63 Prozent der Befragten (60 Prozent vor zwei Jahren) der Meinung, dass die Wahlbeteiligung höher wäre, wenn einfach und sicher über das Internet abgestimmt und gewählt werden könnte.
Werden die Daten bezüglich des Internetzugangs analysiert, zeigt sich, dass nach wie vor ein „digital divide“ besteht, der aber im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen hat. Ältere Bevölkerungsgruppen, Frauen und Personen mit geringerer Bildung haben jedoch noch immer deutlich weniger häufig Zugang zum Internet.