Strassenschlachten um Commcare-Führung

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Das Bundesgerichtsurteil zur Interkonnektionsfrage zeigt seine Folgen. Die Verliererin im Prozess gegen Swisscom ist laut einem Artikel in der gestrigen Sonntagszeitung intern heillos zerstritten. Der Grund: Commcare muss mehrere Millionen Franken an Swisscom nachzahlen. Über die nötigen Massnahmen in dieser Misere sei sich der Verwaltungsrat nicht einig gewesen. CEO und VR-Präsident Urs Loeliger sei daraufhin in Abwesenheit abgesetzt worden. Vergangenen Mittwoch sei Loeliger schliesslich am Betreten der Räumlichkeiten gehindert worden, worauf sich Tags darauf beide Parteien gegenseitig den Zugang verwehren wollten. Dabei sei es zu Ausschreitungen vom Sicherheitspersonal beider Seiten gekommen, in deren Verlauf die Polizei eingreifen musste, meldet die SoZ. Damit nicht genug: Die UBS habe dem Unternehmen sofort alle Kredite gekündigt. Am Freitag orientierte Commcare schliesslich in einer Medienmitteilung über Veränderungen in der Führungsstruktur: Urs Loeliger tretet ab sofort als CEO und VR-Präsident zurück. Neuer VR-Präsident wird Ernst S. Zimmermann, seit 1999 Mitglied im Verwaltungsrat. Die operative Führung übernimmt ad interim HSG-Doktor Peter Bollmann. Commcare wolle sich wieder auf die Kerngeschäfte Netzwerk- und Sicherheitslösungen konzentrieren, während das Carrier-Geschäft neu definiert werde. Laut Sonntagszeitung wurde Loeliger im Gegenzug für die erzielte Einigung der Kauf der Commcare-Tochter Brainstorm erlaubt. Die Krise dürfte damit jedoch noch nicht ausgestanden sein: Bei Commcare drohen Entlassungen, wenn nicht gar der Konkurs. Um Wege aus der Misere kümmert sich deshalb eine Task-Force unter Leitung der Rentenanstalt, selber Kunde von Commcare.