Telekom-Liberalisierung bleibt in der EU ein Flickwerk

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Die Liberalisierung des europäischen Telekommarktes ist auch drei Jahre nach der Einführung der Regulierungsrichtlinien der EU noch ein Flickwerk. Zu diesem Schluss kommt die European Competitive Telecommunications Association (Ecta), die sich für eine Regulierung des europäischen Telekommarktes einsetzt.
Die Länder, die sich am aktivsten für eine Regulierung eingesetzt haben, sind Grossbritannien (Rang eins), Dänemark (Rang zwei) und Frankreich (Rang drei). In diesen Ländern seien die Investitionen in den Telekommarkt gestiegen, die Preise seien die niedrigsten im europäischen Vergleich und es gebe eine Vielzahl von Angeboten. Die Länder, die sich am wenigsten für eine Umsetzung der Liberalisierung eingesetzt haben, sind im Gegenzug Polen, Griechenland und Deutschland. Hier würden Kunden noch immer zu viel für Dienstleistungen bezahlen, die zudem limitierter seien als in anderen EU-Ländern. Aus diesem Grund fordert Ecta, dass der europäischen Regulierungsgruppe (ERG) eine bedeutendere Rolle zukommt.
Ecta stellt zudem fest, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Liberalisierung des Telekommarktes und der Breitband-Verbreitung in einem Land besteht. Dies mag vielleicht für die EU-Länder zutreffen, gilt allerdings nicht für die Schweiz. Hierzulande beträgt der Breitbandanteil trotz vergleichsweise hoher Preise gemäss einer Bakom-Studie vom Juli 21 Prozent. Damit gehört die Schweiz bei der Breitband-Verbreitung zu den führenden Ländern und liegt nur gerade hinter Dänemark (23 Prozent) und den Niederlanden (24 Prozent), die beide in ihrer Liberalisierung gemäss Ecta sehr weit fortgeschritten sind.