Tiscali will Kapital weiter erhöhen

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Das italienische Internet-Unternehmen Tiscali darf sein Kapital um 10 Prozent erhöhen: Die Tiscali-Aktionäre genehmigten gestern Dienstag in einer ausserordentlichen Versammlung eine Kapitalerhöhung bis zu 130 Millionen Euro. Firmenchef Ruud Huismann sagte jedoch gemäss Reuters Italien, dass Tiscali Finanzmittel von 200 bis 250 Milionen Euro, benötige. Huismann schliesse daher nicht aus, dass Tiscali in Zukunft Wandelanleihen oder Kredite aufnehmen werde. Trotz positivem ersten Quartal 2004 blieb die Stimmung im Konzern gedämpft: Tiscali muss noch in diesem Juli auslaufende Unternehmensanleihen in der Höhe von rund 73 Millionen Euro berappen. Bis zum Sommer 2005 sind zudem weitere 250 Millionen Euro Bond-Rückzahlungen fällig. In italienischen Finanzkreisen spekuliere man bereits, dass sich beim früheren Vorzeigebetrieb der italienischen New-Economy-Szene eine ernsthafte Liquiditätskrise anbahnen könnte, weiss die Financial Times Deutschland zu berichten. Die Tiscali-Kasse aufstocken sollte allerdings der Verkauf der Niederlassungen in Südafrika, Skandinavien und in der Schweiz. In Südafrika befinde sich der bidding process bereits in der Endphase, so Huisman gegenüber Reuters Italien, ohne jedoch genauer auf die laufenden Verhandlungen einzugehen. "Auch in der Schweiz verliefen die Gespräche nach Programm", so Tiscali-Pressesprecherin Simona Vecchies gegenüber dem NetzwocheTicker. Die Verhandlungen befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Die potenziellen Schweizer Käufer wollte Vecchies jedoch nicht nennen. Tiscali-Gründer und langjähriger Konzernchef Renato Soru hingegen hat sich ganz aus dem operativen Geschäft zurückgezogen: er wurde bei den italienischen Regionalwahlen vor rund zehn Tagen zum Präsidenten von Sardinien gewählt.