Streit um Bonuszahlungen

48'000 Samsung-Mitarbeitende drohen mit Streik

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von René Jaun und jor

Samsungs Gewerkschaft droht mit einem dreiwöchigen Streik. Die Mitarbeitenden des koreanischen Tech-Giganten fordern unter anderem höhere Bonuszahlungen, was die Geschäftsführung wiederum als inakzeptabel zurückweist. Ein Streik könnte nicht nur für Samsung selbst schwere wirtschaftliche Folgen haben.

Ein Halbleiterwerk von Samsung in Hwaseong, Südkorea. (Source: zVg)
Ein Halbleiterwerk von Samsung in Hwaseong, Südkorea. (Source: zVg)

21 Tage lang könnten an die 48'000 Mitarbeitende des Chipherstellers Samsung ihre Arbeit niederlegen. Mit diesem Szenario droht die Gewerkschaft Samsungs aufgrund gescheiterter Lohnverhandlungen mit der Geschäftsleitung. Werden sich die Verhandlungspartner nicht einig, könnte der Streik am Donnerstag, 21. Mai 2026, starten, wie "Reuters" berichtet.

Konkret fordert die Gewerkschaft die Geschäftsleitung dazu auf, die Grenze für Bonuszahlungen aufzuheben. Laut "Reuters" begrenzt Samsung diese aktuell auf 50 Prozent des Jahresgehalts. Ferner verlangen die Angestellten, dass Samsung 15 Prozent seines jährlichen Betriebsgewinns in einen Bonuspool investiert, der an die Beschäftigten ausgeschüttet werden soll. "SRF" berichtet zudem von einer Forderung nach mindestens 7 Prozent mehr Lohn.

Chipkrise verschärft

Die Gewerkschaft stelle "inakzeptable Forderungen", zitiert "Reuters" aus einer Stellungnahme Samsungs. Laut dem Bericht stossen dem Management die Ansprüche auf höhere Boni auf, insbesondere darum, weil sie auch Verlust einfahrende Geschäftsbereiche beträfen. Die Forderungen zu akzeptieren, würde "die Grundprinzipien der Unternehmensführung untergraben", so die Konzernleitung.

Der angedrohte Streik wäre der grösste in Samsungs Unternehmensgeschichte, wie "SRF" anmerkt, und er könnte nicht nur für Samsung drastische Folgen haben. Der Tech-Konzern stehe hinter fast einem Viertel aller südkoreanischen Exporte, heisst es im Bericht. Blieben diese Exporte aus, bekämen dies auch viele vom Samsung abhängige Firmen zu spüren. Insbesondere der seit Längerem schwächelnde Chip-Markt wäre davon betroffen.

Angesichts der drohenden Auswirkungen ist es kaum mehr überraschend, dass sich auch die Regierung Südkoreas für die Gespräche zwischen der Samsung-Leitung und der Mitarbeitenden interessiert. Wie "Reuters" weiter schreibt, könnte sich die Regierung aktiv einmischen. Sie könnte unter anderem ein "Notschiedsverfahren" anordnen. Damit wäre das Bestreiken des Unternehmens während eines Monats verboten, während die Regierung zwischen den Verhandlungspartnern zu vermitteln versucht. Laut "SRF" ist offenbar ein Gericht bereits eingeschritten. Es habe entschieden, dass der Geschäftsbetrieb von Samsung auf einem "normalen Niveau aufrecht erhalten werden" müsse.

 

Lesen Sie auch: Samsung Electronics hat für das vierte Quartal 2025 einen Rekordumsatz bekannt gegeben. Getragen wurde das Ergebnis von der Chip-Sparte des Unternehmens, die von der hohen Nachfrage nach KI-Speichern profitierte. Das Geschäft mit Smartphones und anderen Endgeräten war hingegen rückläufig.

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