US-Unternehmen verzichten immer mehr auf einen Schweizer Country Manager
In den letzten zwölf Monaten wurden in der Schweiz mindestens 25 CEOs und Country Manager ausgetauscht. "Diese Entlassungen hängen direkt mit der Entwicklung des IT-Marktes zusammen", erklärt der ICT-Branchenkenner Peter Walti, Inhaber der Unternehmensberatung Walti und Partners gegenüber der Netzwoche. Besonders in der Schweiz seien die letzten drei keine guten Jahre gewesen. Die meisten Schweizer Niederlassungen von US-Firmen seien als Vertriebsorganisationen aufgebaut und hätten die Vorgaben des Mutterhauses nicht erreicht. Und weil der Schweizer Markt aus Sicht der USA eine kleine Geschichte sei, werde der Country Manager einfach ausgewechselt, auch wenn er die Ziele nur geringfügig nicht erreicht.
Zu denken gibt Walti vor allem, dass mehrere US-Niederlassungen in der Folge komplett auf einen Country Manager für die Schweiz verzichten. "Es besteht ein Trend dazu, die Tochtergesellschaften in der Schweiz herunterzufahren und die Organisationen in Deutschland oder England zu bündeln", berichtet er. Beispiele sind in der Schweiz etwa Filenet, Progess Software, Intel oder Oracle. Für Walti eine ungute Entwicklung: Die Vernachlässigung der Schweizer Niederlassungen verstärke den Druck auf den ICT-Standort Schweiz, der bereits durch das stagnierende Auftragsvolumen gross sei.
Mehr zum Schweizer Executive-Sesselrücken des vergangenen Jahres lesen Sie in der aktuellen Netzwoche 6.
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