Fokus aufs geplante EGD

Ende 2026 ist Schluss mit der EPD-Plattform der Post

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von Dylan Windhaber und Netz-KI Bot und ahu

Die Post stellt ihre Plattform für das elektronische Patientendossier (EPD) Ende 2026 ein und richtet ihren Fokus auf das geplante elektronische Gesundheitsdossier. Grund dafür ist die sinkende Nachfrage von Spitälern, Arztpraxen und Privatpersonen nach dem heutigen EPD. Rund 70'000 Dossiers müssen migriert werden; zudem könnten 37 Vollzeitstellen wegfallen.

(Source: Lemonsandtea / pixabay.com)
(Source: Lemonsandtea / pixabay.com)

Die Post stellt ihre Plattform für das elektronische Patientendossier (EPD) per Ende 2026 ein. Die Aktionäre von Sanela Health hätten entschieden, die Stammgemeinschaft Sanela aufzulösen, teilt die Post mit. Als Grund nennt sie das veränderte Marktumfeld: Spitäler, Arztpraxen und weitere potenzielle Kunden würden sich bei der Einführung oder Weiterführung des heutigen EPD zurückhaltend zeigen. Auch Privatpersonen eröffnen laut Mitteilung immer seltener neue Dossiers.

Die Post richtet ihren Fokus deshalb auf das geplante elektronische Gesundheitsdossier EGD. Dieses soll das heutige, dezentral organisierte EPD ablösen. Zuletzt sprach sich die zuständige Nationalratskommission dafür aus, dass nur noch eine einzige nationale Gemeinschaft das EGD im Auftrag der Kantone betreiben soll.

Die Zeitung "Le Temps" berichtete vorab über den Rückzug der Post und ordnete den Entscheid als "abrupt" ein. Dieser treffe insbesondere die deutschsprachigen Kantone, die ihre EPD-Strategie auf die Infrastruktur von Post Sanela Health ausgerichtet hätten. Laut Post können Kundinnen und Kunden die aktuelle Plattform bis Ende 2026 unverändert nutzen.

Die Post will sich aber nicht aus der Digitalisierung des Gesundheitswesens zurückziehen, wie sie in der Mitteilung schreibt. Sie prüfe nun, wie sie ihre Kompetenzen und Erfahrungen in das künftige EGD einbringen könne. Nicole Burth, Leiterin Digital Services und Mitglied der Konzernleitung der Post, bezeichnet eine nationale Gesundheitsdatenlösung als wichtig für die Schweiz. "Es ist zentral, dass nun die gesetzlichen und regulatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, um dem Thema den nötigen Schub zu geben", lässt sie sich zitieren.

70'000 Dossiers müssen umziehen

Die rund 70'000 privaten Nutzerinnen und Nutzer des Sanela-EPDs sollen ihre Daten aus dem heutigen Patientendossier beziehen und in den Gesundheitsordner der Post-App migrieren können. Dort sollen sie Gesundheitsinformationen über sichere E-Mail-Dienste wie Incamail oder HIN empfangen und mit medizinischen Fachpersonen kommunizieren können. Sanela werde die Nutzerinnen und Nutzer im Herbst zur Migration kontaktieren, schreibt die Post. 

Stellenabbau möglich

Diese Neuausrichtung könnte auch personelle Folgen mit sich bringen: Die Post rechnet laut Mitteilung mit einem möglichen Abbau von rund 37 Vollzeitstellen bei ihr und Sanela. Man wolle diesen Schritt jedoch so sozialverträglich wie möglich gestalten, heisst es in der Mitteilung.

 

Auch bei der Postgesetzgebung tut sich etwas: Aufgrund der Digitalisierung will der Bundesrat das Postgesetz und das Postorganisationsgesetz teilrevidieren. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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