Neue Details zu Prism

Verschlüsselung auf Outlook.com? Die NSA liest mit

Uhr | Aktualisiert

Die britische Zeitung Guardian hat weitere Details zur Zusammenarbeit von Microsoft und der NSA offengelegt: Der Geheimdienst soll Zugang auf E-Mails von Outlook.com haben, bevor sie verschlüsselt werden. Auch der Online-Speicherdienst Skydrive werde überwacht.

(Quelle: sxc.hu)
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"Wir würden gerne offener darüber reden können", sagt Microsoft in einer Stellungnahme zu den neusten Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Der US-Geheimdienst NSA kann laut der britischen Zeitung The Guardian verschlüsselte E-Mails auf Microsofts Online-Diensten Outlook.com und Hotmail mitlesen. Das "Feature" sei auf Outlook.com in fünf Monaten implementiert worden und seit dem 12. Dezember 2012 in Betrieb. Auch auf Webchats habe die NSA Zugriff, so der Guardian.

Microsoft habe dieses Jahr zudem mit der US-Bundespolizei FBI zusammengearbeitet, um der NSA einen Zugang zu seinem Online-Speicherdienst Skydrive zu ermöglichen. Die NSA brüste sich in geheimen Dokumenten auch damit, dass sie nun die dreifache Menge an Video-Chats auf Skype sammeln könne. Diese Aussage soll der US-Geheimdienst im Juli 2012 gemacht haben. Microsoft kaufte den VOIP-Anbieter Skype im Mai 2011 für 8,5 Milliarden US-Dollar.

Machtlose IT-Riesen

Die Daten aus dem Überwachungsprogramms Prism sollen regelmässig mit dem US-Nachrichtendienst CIA und dem FBI geteilt werden. Alle grossen Tech-Unternehmen im Silicon Valley setzen sich laut Guardian dafür ein, mehr Transparenz in der Angelegenheit zu schaffen. "Wenn wir neue Versionen unserer Dienste veröffentlichen, entbindet uns das nicht von der Verpflichtung, gesetzliche Vorgaben einzuhalten", nimmt Microsoft gegenüber dem Guardian Stellung. Und Daten gebe man nur dann weiter, wenn das die Regierung auch wirklich fordere.

Wenn sich die NSA zu 51 Prozent sicher sei, dass die überwachte Zielperson weder US-Bürger noch auf US-Boden sei, brauche sie keine Ermächtigung für den Zugriff auf die gesammelten Daten. Diese sei nur für die Überwachung von US-Bürgern nötig, schreibt der Guardian.

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