Victory verwirft sein Ascom-Vorhaben
Die österreichische Beteiligungsfirma Victory hat gestern nach Börsenschluss seine Ascom-Beteiligungen der ZKB verkauft. Damit hält die ZKB nun eine Beteiligung von 20,11 Prozent an Ascom, derjenige von Victory liegt unter fünf Prozent, wie Ascom gestern in zwei Börsenpflichtmeldungen bekannt gab.
Der Ausstieg von Victory ist vollständig und endgültig, sagte ein Sprecher gegenüber der SDA. Begründen will Victory diesen überraschenden Ausstieg zu einem späteren Zeitpunkt.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Victory seine Übernahmepläne aufgab, weil Ascom als Telekommunikationsunternehmen schlecht in die anderen Schweizer Unternehmen von Victory integriert werden kann: Mit OC Oerlikon, Saurer und Sulzer ist Victory an Unternehmen aus der Maschinenindustrie beteiligt. Bereits im Januar, als Victory damit begann, Ascom-Aktien aufzukaufen, fragten sich Experten, was Victory mit Ascom vorhaben könnte, und Mitinhaber Ronny Pecik blieb bis zuletzt eine Erklärung schuldig.
Auch wird der Ausstieg als Sieg von Ascom-VR-Präsident Juhani Anttila über Pecik interpretiert. Anttila hatte sich gegen einen Kauf durch Victory gewehrt und seinen CEO Rudolf Hadorn entlassen, als dieser gegen die Weisungen des VRs mit Pecik Kontakt aufnahm. Bereits an der Generalversammlung, an der Anttila wiedergewählt wurde, war Pecik nicht anwesend.
Nicht überraschend reagierte die Börse umgehend: Im breiten Markt sanken die Ascom-Titel heute Vormitag um 8,1 Prozent auf 16,50 Franken.
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