Wird Fantastic definitiv zum Juristenfutter?
Noch bis genau heute Mitternacht hat Luigi De Micco Zeit, die für den Kauf der Fantastic Corporation erforderlichen Bar- und Sacheinlage beizubringen. Diese betragen insgesamt 19,84 Millionen Franken, wovon 4.797 Millionen Franken in Bar und der Rest als Sacheinlage in Form von Immobilien, Softwarerechten sowie Unternehmenswerten zu leisten ist. Bislang hatte De Micco gemäss Verwaltungsrat von Fantastic lediglich Bar- und Sachwerte in der Höhe von 3,35 Millionen Franken eingebracht. Aus diesem Grund hat der Verwaltungsrat ein sogenanntes Kaduzierungsverfahren angesetzt. Dieses sieht vor, dass die ausbleibenden Aktien einem weiteren, meistbietenden Investor angeboten werden können. Gegenüber De Micco würde dann je nach Höhe des Drittangebots für den zu leistenden Restbetrag eine Schadensersatzforderung geltend gemacht. „Aus meiner Sicht sind die Forderungen des Verwaltungsrates unberechtigt, haltlos und entbehren jeder juristischen Grundlage“, meint dazu De Micco auf Anfrage des NetzwocheTicker. Anzweifeln dürfte De Micco einerseits die Bewertung seiner Sacheinlagen durch die Wirtschaftsprüfer des Verwaltungsrats, welche deutlich tiefer ausgefallen ist als von ihm veranschlagt. Andererseits hält De Micco auch das Kaduzierungsverfahren sowie die Submission, bei dem weitere Investoren für „seine“ Aktien gesucht werden, für unzulässig. Gemäss De Micco wurde die Kaduzierung auch schon über eine richterliche Verfügung gestoppt. Allerdings nur für ein paar Tage: „Aufgrund uns bis heute noch nicht bekannter Einwürfe des Verwaltungsrates gegenüber dem Gericht wurden die Verfahren dann (vorläufig) wieder frei gegeben“, so De Micco. Dominique Freymond, VR und Interims-Co-Geschäftsführer von Fantastic Corporation, wollte dazu keine Stellung nehmen, räumte aber auf Anfrage des NetzwocheTicker ein, dass es sich bei der Kaduzierung um ein für die Schweiz unübliches Verfahren handle. Freymond will morgen nach Verstreichen der Frist beraten, wie es mit Fantastic Corporation weitergeht und stellt für spätestens übermorgen, Donnerstag, eine Ad-hoc-Mitteilung in Aussicht.
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