Yahoo muss Nazi-Auktionsangebote sperren

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Ein Gericht in Paris hat Yahoo angewiesen, seine Auktionsseiten, auf denen Nazi-Objekte angeboten werden, für Internetnutzer in Frankreich zu sperren. Eine dreiköpfige Expertenkommission war vor einigen Wochen zum Schluss gelangt, dass man 70 bis 80 Prozent der Nutzer anhand der IP-Adresse identifizieren und vom Angebot ausschliessen könne. Bei Yahoo ist man der Ansicht, dass Filter von jenen, die dies wollten, immer umgangen werden können. Das Blockieren von Keywörtern wie Nazi würde auch eine ganze Reihe anderer Angebote wie historische Literatur in Mitleidenschaft ziehen. Das Gericht hat Yahoo nun eine Frist von drei Monaten für die technologische Lösung des Problems zugestanden. Danach müsse Yahoo für jeden Tag, an dem das Material auch für Franzosen zugänglich sei, eine Busse von 100.000 Franc (ca. 23.000 Franken) bezahlen. Anklage gegen Yahoo hatten die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus, der Verband jüdischer Studenten sowie die Bewegung gegen Rassismus und für die Völkerfreundschaft erhoben. Der Verkauf von Nazi-Memorabilien verstösst gegen französisches, nicht aber gegen amerikanisches Recht. Yahoo wird vorgeworfen, die kollektive Erinnerung Frankreichs zu beleidigen. Die Kläger betrachten den Gerichtsentscheid als wegweisend für die Verantwortlichkeit der Internetanbieter über zugängliche Inhalte. Nach Bekanntgabe des Gerichtsentscheids fielen die Yahoo-Aktien um 4,6 Prozent. Ob Yahoo gegen das Urteil Berufung einlegen wird oder ob gar für die Durchsetzung des Urteils gegen das amerikanische Unternehmen die Involvierung eines amerikanischen Gerichts nötig sein wird, ist noch offen.