Zwei Berner Grossräte wollen Open-Source-Software fördern
SP-Grossrätin Giovanna Battagliero sowie EVP-Grossrat Marc Jost planen einen überparteilichen Vorstoss, um Open-Source-Software beim Bund und bei Behörden zu fördern.
Wenn Behörden Open-Source-Software entwickeln und einsetzen, ist das erstens sinnvoll und zweitens können sie damit viel Geld sparen. Diese Meinung vertreten die beiden Berner Grossräte Giovanna Battagliero (SP) sowie Marc Jost (EVP). Die beiden Politiker planen daher einen überparteilichen Vorstoss, wie die Swiss Open Systems User Group mitteilt.
Der Kanton Bern und insbesondere das KAIO (Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern) und die Bedag, die dem Kanton Bern gehört, sollen im Informatikbereich verstärkt mit anderen Behörden zusammenarbeiten. Überhaupt sollen öffentliche Stellen auf allen föderalen Ebenen kooperieren und gemeinsam Softwarelösungen aufbauen und weiterentwickeln, so die Idee der beiden Politiker.
Diskussion um Open Justitia
Ein Grund für diesen Vorstoss ist vermutlich das Hickhack um die Gerichtssoftware Open Justitia, eine Open-Source-Lösung des Schweizerischen Bundesgerichts. Sie wird derzeit im Kanton Bern eingeführt. Laut Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) sollen damit über 200'000 Franken Anschaffungskosten und jährlich wiederkehrende Lizenzkosten von 75'000 Franken gespart werden können.
Gegen diese Pläne haben sich jüngst die Berner Firma Weblaw, ein Anbieter proprietärer Gerichtssoftware, sowie die SVP gewehrt (die Netzwoche berichtete). Weblaw beispielsweise warf dem Bundesgericht vor, mit "Open Justitia" private Anbieter vom Markt zu verdrängen.
Das Bundesgericht widersprach diesen Vorwürfen. Zudem entschied die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats, dass die Lösung unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden darf.
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