Divide et impera!
Droht der Shareconomy dasselbe Schicksal wie der "New Economy" um die Jahrtausendwende? Eher nicht, wer heute darin investiert, dürfte künftig über den Markt herrschen.
Kommentar
Teilen ist in. Ob Autos, Wohnungen oder Parkplätze, es gibt kaum eine Ressource, für die es nicht auch eine Sharing-App gibt. Diese sogenannte Shareconomy ist nicht nur ökologisch sinnvoll, weil Ressourcen besser genutzt werden. Sie ist auch wirtschaftlich äusserst attraktiv. Shareconomy-Start-ups werden derzeit mit Investorengeldern geradezu überhäuft. Der Übernachtungsvermittler Airbnb hat sich kürzlich etwa eine halbe Milliarde US-Dollar frisches Kapital besorgt, und der Limousinenservice Uber ist längst mit über einer Milliarde Dollar alimentiert. Sogar die französische Mitfahrzentrale Blablacar war Investoren noch 100 Millionen Dollar wert.
Eine Blase? Droht der Shareconomy dasselbe Schicksal wie der "New Economy" um die Jahrtausendwende? Das mag in Einzelfällen zutreffen. Aber im Grossen und Ganzen dürfte die Rechnung für die Investoren aufgehen. Auch wenn viele Shareconomy-Dienste derzeit kontrovers diskutiert werden, weil sie teils die Auflagen traditioneller Konkurrenten aushebeln und sich aufgrund rechtlicher Graubereiche Wettbewerbsvorteile verschaffen: Die Geschäftsmodelle dahinter sind so einfach wie raffiniert. Die Kommissionen der eigentlichen Dienstleister sorgen für den sprudelnden Einnahmenstrom ohne Investitionen in teure Infrastrukturen ausserhalb der IT. Und die Kundendaten sind wertvolles Rohmaterial, wenn man sie mit anderen Diensten und Informationen verknüpft.
Deshalb sind Shareconomy-Start-ups für Investoren interessant, auch wenn diese selbst mit dem Teilen wenig am Hut haben. Denn, wer heute in diese Unternehmen investiert, dürfte künftig über den Markt herrschen. Ganz ungeteilt.
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