Digitale Transformation

Wie steht es um die digitale Reife?

Uhr | Aktualisiert
von Sabine Berghaus, Bramwell Kaltenrieder

Mit der Swiss-Digital-Transformation-Initiative entsteht ein Werkzeugkasten zur digitalen Transformation für Firmen. Fundament der Initiative ist das von der Uni St. Gallen mit Experten entwickelte "Digital Maturity Model".

Firmen aller Branchen stehen vor der Herausforderung, sich strategisch an die neue digitale Realität anzupassen und zu diesem Zweck Strategie, Geschäftsmodell und Kultur des Unternehmens zu überprüfen. Unterlässt eine Organisation diesen wichtigen Schritt, verliert sie ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit.

Das Navigieren in diesem sich schnell verändernden, hochtechnologischen Umfeld ist allerdings herausfordernd. Mit der Swiss-Digital-Transformation-Initiative (www.sdti.ch) entsteht ein eigentlicher "Werkzeugkasten", der es Unternehmen erlaubt, die digitale Transformation anzustossen, zu gestalten und voranzutreiben.

"Digital Maturity Model"

Herzstück der Initiative ist das am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG) der Universität St. Gallen gemeinsam mit der Unternehmensberatung Crosswalk und weiteren Experten aus der Praxis entwickelte "Digital Matu­rity Model" (DMM), das auf dem "St. Galler Business Engineering Framework" basiert. Im Gegensatz zu anderen Reifegrad-Modellen im Digitalbereich werden die Reifestufen im DMM auf Basis der erhobenen Daten entwickelt, sodass diese den tatsächlichen Status quo der Praxis widerspiegeln. Die Aussagekraft und praktische Anwendbarkeit des Modells wird auch durch die je nach Branche unterschiedlich gewichteten Kriterien erhöht. Schliesslich sind nicht alle Kriterien der Anpassung an die neue digitale Realität für alle Unternehmen gleich wichtig.

Das DMM umfasst neun Dimensionen wie beispielsweise "Prozessdigitalisierung", "ICT-Entwicklung und Betrieb" oder auch "Customer Experience". Die Erfüllung dieser Reifekriterien wird mit dem Online-Fragebogen "Digital Maturity Check" geprüft. Im Bereich "ICT-Entwicklung und Betrieb" lauten die Fragen beispielsweise: "Ist die Allokation der nötigen Mittel für die digitalen Investitionen ein wichtiger Teil der jährlichen Budgetierung?", oder: "Sind die digitalen Schlüsseltechnologien definiert?" Bei "Customer Experience" wird unter anderem gefragt: "Ist der Auftritt in digitalen Kanälen auf dem neuesten technischen Stand?"

Die Fragen werden im Anschluss an die Datenerhebung nach ihrem Schwierigkeitsgrad gewichtet, um auf dieser Basis die Reifestufen zu ermitteln. Denn schwierig zu erreichende Indikatoren stellen ein Differenzierungsmerkmal dar und weisen daher auf einen höheren Reifegrad hin.

Vom Modell zum Index

Die Beantwortung der rund 80 Fragen durch einen oder mehrere Firmenvertreter im Rahmen des "Digital Maturity Check" und die dem Modell zugrundeliegende Gewichtung je nach Branche führt letztlich zu einem umfassenden Bild der individuellen digitalen Reife eines Unternehmens und erlaubt zusätzlich einen Vergleich zu Best Practices. Wo Handlungsbedarf besteht, wird somit schnell klar.

Auf der Grundlage der Unternehmensdaten entsteht neben dem individuellen Resultat anonymisiert der "Digital Maturity Index", der erste Index, der die digitale Reife der Schweizer Wirtschaft abbildet. Es bleibt also spannend rund um die neu lancierte Swiss-Digital-Transformation-Initiative.

Digital Transformation Award

Reif genug? Machen Sie die Probe aufs Exempel auf www.digital-maturity-check.ch. Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen und prüfen Sie die digitale Reife Ihres Unternehmens und vergleichen Sie sich mit Best Practices und anderen Firmen aus Ihrer Branche. Je zahlreicher die Unternehmen am "Digital Maturity Check" teilnehmen, desto aussagekräftiger wird das Bild der digitalen Schweizer Unternehmenslandschaft.

Mit dem Check schaffen Sie zudem die Qualifikationsvoraussetzungen für den Unternehmenspreis "Digital Transformation Award", der im Rahmen der beliebten "Best of Swiss Web" Award-Night im März 2015 erstmals verliehen wird und Organisationen auszeichnet, die besondere Fortschritte in der digitalen Reife gemacht haben.

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