Von 560 auf 320 Euro

Spartrend im Smartphone-Markt

Uhr | Aktualisiert
von Fabian Pöschl

Geizhals hat einen massiven Preissturz bei Smartphones registriert. Statt hochwertigen Premiummodellen sind Mittelklasse-Geräte gefragt. Die technischen Vorteile der Premiumgeräte werden immer geringer.

Die Mobiltelefonbranche blickt gespannt nach Barcelona. Was die Hersteller heute am Mobile World Congress präsentieren, sind die Gadgets von morgen. Nokia zeigt etwa mit den X-Smartphones eine neue Mittelklasse-Serie und dürfte damit den Nerv der Zeit getroffen haben.

Preissturz um 40 Prozent

Die Kunden sind offenbar nicht mehr bereit, einen allzu hohen Preis für ihr Smartphone zu bezahlen. Wie das deutsche Vergleichsportal Geizhals.de mitteilt, ist der Durchschnittspreis, der von den Konsumenten in Deutschland für ein Smartphone gezahlt wird, in vier Jahren um mehr als 40 Prozent gesunken. Geizhals analysierte die Suchanfragen seiner Nutzer und kam zum Ergebnis, dass im ersten Quartal 2010 noch 560 Euro für ein Smartphone gezahlt wurden. Heute und damit vier Jahre später sind es aber nur noch 320 Euro.

Die Konsumenten würden mehr Geräte in der Mittelklasse zwischen 200 und 400 Euro vergleichen als Geräte im hochpreisigen Bereich zwischen 300 und 500 Euro. Immer unattraktiver würden Premium-Modelle für über 600 Euro. Bei Apple dürften aufgrund dieser Entwicklung die Alarmglocken klingeln. Seit einem Jahr ist kein iPhone-Modell mehr in den Top-Ten der Geizhals-Charts vertreten. Den Grossteil der Charts machen Android-Geräte aus, die für gewöhnlich weit günstiger als iPhones erhältlich sind. Mit dem iPhone 5C wagte Apple letztes Jahr erstmals einen Schritt weg von der Premiumklasse. Windows kommt mit Nokias Lumia-Geräten auf einen Anteil von zehn Prozent.

Gleichwertige Technik

Geizhals.de erklärt den Preissturz bei den Mobiltelefonen damit, dass auch Geräte in der Preisklasse bis 200 Euro bereits hochwertige Technologie wie Vierkern-Prozessoren und Displays mit höherer Auflösung als 300 dpi bieten. Für 400 Euro erhält der Kunde bereits eine Reihe von Geräten, die Premium-Features wie ein Full-HD-Display oder 2 Gigabyte RAM aufweisen.

Die technischen Vorteile eines Premium-Smartphones werden immer geringer. Michael Pichler, Leiter der Geizhals-Redaktion rät deshalb Herstellern von Premium-Modellen als Abgrenzung zur Mittelklasse zu umfangreichen Sensoren wie Thermometer oder Hygrometer und Sondermerkmale wie USB 3.0. Pichler sagt aber: "Diese Entwicklungen liefern jedoch nicht mehr genug Anreize für Verbraucher, für solch ein Smartphone tiefer in die Tasche zu greifen."

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