Was Kunden wollen - Raiffeisen

"Für uns zählen Dienstleister, die in der Schweiz etabliert sind"

Uhr | Aktualisiert
von George Sarpong

Banken leben von Vertrauen, also auch davon, dass ihr Alltagsgeschäft in ruhigen Bahnen verläuft. Ein Fehler im IT-System könnte sich verheerend auswirken. Damir Bogdan, Leiter des Bereichs IT und Operations bei der Bank Raiffeisen Schweiz, schaut deshalb auch bei seinen IT-Lieferanten genauer hin.

Damir Bogdan, CIO, Raiffeisen (Quelle: Raiffeisen)
Damir Bogdan, CIO, Raiffeisen (Quelle: Raiffeisen)

Bitte umschreiben Sie Ihre tägliche Arbeit in ein paar kurzen Sätzen.

Damir Bogdan: Als CIO und GL-Mitglied bin ich mit meinem Departement IT & Operations dafür verantwortlich, unseren Kunden, Genossenschaftern und Mitarbeitenden eine stabile und zeitgerechte Informatikinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die IT umfasst Entwicklung, Betrieb und auf der Fachseite die Verarbeitung des Zahlungsverkehrs und der Wertschriften. Hinzu kommen Spedition, Druck und Versand für die Raiffeisen-­Gruppe.

Wo ergeben sich dabei Berührungspunkte mit dem IT-Fachhandel?

Auf der Ebene der Departementsleitung sind wir im ständigen Kontakt mit diversen IT-Lieferanten, um Informationen auszutauschen und die aktuelle und künftige Zusammenarbeit zu definieren. Als Bankendienstleister stellt Raiffeisen Schweiz höchste qualitative Anforderungen an seinen IT-Service. Daher sind der kontinuierliche Austausch mit den Marktteilnehmern und das Vertrauen in strategische IT-Lieferanten von entscheidender Bedeutung für uns.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Serviceanbieter mitbringen müssen?

Stabilität und Zuverlässigkeit der IT-Infrastruktur sind in der Bankenbranche entscheidend. Bei der Auswahl unserer IT-Dienstleister legen wir deshalb ein besonderes Augenmerk darauf, dass ein potenzieller Lieferant bereits im Schweizer Markt etabliert ist. Auch muss das Preis-Leistungs-Verhältnis des Anbieters stimmen, da die Kosten immer ein wesentlicher Bestandteil unseres Auswahlverfahrens sind. Zudem sind wir sehr daran interessiert, mit Lieferanten langfristig eine solide und vertrauensbasierte Zusammenarbeit zu pflegen. Denn die Qualität der Zusammenarbeit entscheidet letztlich über den schnellen und unkomplizierten Support in schwierigen Situationen.

Kaufen Sie die Komponenten, die Sie benötigen, direkt beim Hersteller ein, oder tätigen Sie Ihre Käufe über einen Fachhändler?

Wir beziehen unsere IT-Dienstleistungen direkt über die Lieferanten oder über die vom Lieferanten vorgeschlagenen Partner. Oft definieren wir mit grossen IT-Anbietern, wie etwa Microsoft, HP oder IBM, die Eckpfeiler für eine strategische Zusammenarbeit und arbeiten mit ihnen Rahmenverträge aus. Die Abwicklung und der Kundensupport liegen jedoch vielfach in der Verantwortung der lokalen Partner der jeweiligen Lieferanten. Da es sich bei der Lizenzenbeschaffung um ein globales Geschäft handelt, sind wir diesbezüglich auch global aktiv.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert?

Raiffeisen hat in den letzten sechs Jahren ein enormes Wachstum erlebt. Gleichzeitig steht die Informatik vor grossen Veränderungen aufgrund der Digitalisierung und immer kürzer werdenden Zyklen von Neuentwicklungen in der Technologiebranche. Beide Herausforderungen gilt es, neben einem stabilen IT-Betrieb, zu bewältigen. Aufgrund der hohen fachlichen Qualität unseres eigenen IT-Services und deren Kernkompetenzen erfüllen wir diese Aufgaben schnell und flexibel. Deshalb ist das Einzige, was wir auslagern, die Betreuung unseres schweizweiten Netzwerkes. Hierfür haben wir Swisscom als ebenfalls schweizweit tätigen Partner gewählt.

Welche Bereiche würden Sie hingegen nie outsourcen?

Nicht auslagern werden wir all diejenigen Leistungen, mit denen wir uns differenzieren und von der Konkurrenz unterscheiden.

Welche Leistungen sind das?

Wir sprechen dabei insbesondere von der Verarbeitung und Aufbewahrung sensibler Kundendaten und Kundenbeziehungen, die von der IT der Raiffeisen-Gruppe geschützt werden müssen. Die Gründung eines neuen Technologieunternehmens mit unserem strategischen Partner Avaloq ist ein entsprechend wichtiger Schritt, um unseren Raiffeisenbanken einen zukunftsorientierten, professionellen IT-Service anzubieten. Mit einem gemeinsamen Technologieunternehmen können wir das Know-how und die Entwicklungskraft unserer internen IT mit der von Avaloq bündeln. Dadurch werden wir den fachlichen Anforderungen des Finanzplatzes auch in Zukunft optimal begegnen.

Was werden denn in nächster Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie werden und wie kann Sie der Handel dabei unterstützen?

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden, weltweiten Nutzung des Internets wird sich die Macht vom Anbieter immer mehr zum Nachfrager verschieben. Daher wird es zunehmend entscheidend sein, wie wir unsere Kunden verstehen und ob wir auf ihre Wünsche und Anforderungen eingehen können. Hier wird Big Data eine zentrale Rolle spielen, um Fragen zu beantworten wie: Wie können wir in einer nützlichen Frist die Kundendaten erheben und evaluieren, die das Business optimal unterstützen? Eine marktorientierte und bedürfnisgerechte Antwort auf diese Frage kann in unseren Augen nur gefunden werden, wenn das Business und die IT Hand in Hand arbeiten und gemeinsam eine entsprechende Lösung entwickeln. Zudem führt die Kombination von Business- und IT-Trends zu ganz neuen Geschäftsmöglichkeiten und dadurch zu spannenden Zukunftsperspektiven, wie es sie zuvor nicht gegeben hatte.

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