Microsoft: Geheimes Treffen im Adobe-Büro
Microsoft-Chef Steve Ballmer hat sich kürzlich mit Adobe-Chef Shantanu Narayen in San Francisco getroffen, um geheime Gespräche zu führen, berichtet die New York Times.
Nach dem Medienbericht hat Microsoft Interesse an einer Übernahme des Photoshop-Herstellers Adobe bekundet. Nach dem Motto gemeinsam sind wir stark, wollen wohl beide Unternehmen so einen Pakt gegen den Konkurrenten Apple schnüren. Der Computerhersteller hat Adobes Flash-Videosoftware komplett von allen mobilen Apple-Geräten verbannt. Eine Auflockerung dieser Reglung gab es zwar Anfang September, dennoch rührt Apple weiter für den rivalisierenden Standard HTML5 die Werbetrommel.
Adobe und Microsoft betreuen Millionen von gemeinsamen Kunden, so dass eine Fusion durchaus ein schlauer Schachzug wäre. Adobe-Chef Charles Sipkins wollte sich zu den Übernahmespekulationen nicht konkret äussern, gab aber zu Protokoll, dass sich beide Firmenchefs regelmäßig treffen würden. Nach den Übernahmegerüchten schossen die Adobe-Aktien kurz vor US-Handelsschluss um mehr als elf Prozent in die Höhe.
Durch einen Zusammenschluss von Microsoft und Adobe könnten beide ihre Position im Softwarebereich weiter stärken. Eine andere Frage ist jedoch, ob diese Art der Fusion die Zustimmung der Kartellbehörden finden wird, da Microsoft bereits den Markt für Betriebssysteme kontrolliert und Adobe der dominierende Anbieter im Bereich Grafik- und Publishing-Software ist. Ausserdem wäre die Übernahme ein teurer Spass für Microsoft. Der Marktwert von Adobe erreicht mit dem enormen Aktiensprung 15 Milliarden Dollar.
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