Eigentor

ZKB löscht einen Teil ihres Wikipedia-Artikels

Uhr | Aktualisiert

Die ZKB hat versucht, einen Abschnitt aus ihrem Wikipedia-Artikel zu löschen. In der Passage geht es um ein dunkles Kapitel der Firmengeschichte. Die Löschung wurde von Administratoren wieder rückgängig gemacht.

Das Firmen ihren eigenen Wikipedia-Eintrag für PR-Zwecke zu nutzen versuchen, ist kein neues Phänomen. Wenn die Manipulation auf Wikipedia aber an die Öffentlichkeit gelangt, kann dieser Schuss nach hinten losgehen. Vor dieser Situation steht momentan die Zürcher Kantonalbank, wie der Tagesanzeiger berichtet.

Das Verschönern von Wikipedia-Einträgen ist bisweilen ein lukratives Geschäft. Firmen wie Wiki-PR bieten solche Dienste professionell an. Denn obwohl ein Eintrag prinzipiell von jedem geändert werden kann, funktioniert dies nicht immer ohne Weiteres. Sogenannte Sichter suchen ständig nach Änderungen an Artikeln, die nur als Make-up für das Firmengesicht dienen sollen. Um PR erfolgreich im Gemeinschaftslexikon einzubringen, bedarf es also einer subtilen und geplanten Vorgehensweise. Wikipedia PR Agenturen arbeiten dafür auch mit Fake-Profilen, die sich am Anfang möglichst unauffällig verhalten um schliesslich in der Wikipedia-Community den Status eines seriösen Autors zu erhalten. 

Die ZKB schien sich solcher Umstände nicht bewusst gewesen zu sein. Anders ist es schwer zu erklären, dass die Pressestelle der ZKB einen ganzen Absatz aus dem Wikipedia-Artikel radikal rausgelöscht hat. Ganze 23 Minuten blieb die Passage gelöscht bis ein Nutzer namens KurtR am 6. Juli 2015 um 10:32 Uhr die Löschung wieder rückgängig machte. Mit der Begründung: "Unbegründete Löschung", wie der Versionsgeschichte des ZKB-Eintrags zu entnehmen ist. Am selben Tag um 20:15 fügte KurtR, aber noch einen Kasten ein der dem Absatz mangelnde Belege attestiert. Wenn diese Belege von der Community nicht nachgeliefert werden, darf die ZKB weiter auf eine Löschung des Abschnitts hoffen.

Die besagte Passage trägt den Titel "Mangelnde Einhaltung interner Richtlinien 2006/2007". Der Abschnitt handelt von einem Skandal der ZKB, der schliesslich dazu führte dass der damalige CEO Hans Vögeli zum 31. Mai 2007 den Hut nahm. Laut dem Wikipedia-Eintrag mangelte es der Bank an internen Kontrollen und sie soll an feindlichen Firmenübernahmen beteiligt gewesen sein. Das Ergebnis einer entsprechenden Untersuchung der Eidgenössischen Bankenkommission steht noch aus.

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