Schwerpunkt Wearables Apps

"Apple hat mittlerweile seine Vorreiterrolle verloren und bietet Platz für neue Mitstreiter"

Uhr | Aktualisiert
von George Sarpong

Wie steht es um den Markt für Wearables Apps Made in Switzerland? Die Spezialisten der Agentur Namics geben Antworten und liefern eine Markteinschätzung zum Start der Apple Watch.

Johannes Waibel ist Senior Manager bei Namics. (Quelle: Namics)
Johannes Waibel ist Senior Manager bei Namics. (Quelle: Namics)

Welche Möglichkeiten sehen Sie für Wearables Apps im Unternehmensumfeld?

Der Wearables-Markt ist sehr diversifiziert: Von "smarten Jeans", wie die Zusammenarbeit von Google mit Levis, über das intelligent Pflaster bis zur Smartwatch. Mit dem Launch der Apple Watch liegt aktuell der Medienfokus auf Smartwatches. Welche Apps sich dafür eignen, hängt unter anderem von folgenden Fragen ab: Habe ich bei freihändiger Nutzung einen Mehrwert? Komme ich mit der Uhr schneller an Informationen? Kann ich damit schneller reagieren? Brauch ich eine große Anzeigefläche? Konkret für die Smartwatches heisst das: Apps für kontextbasierte und standortbezogene Dienste, Zugangskontrollen, Ticketing oder auch für das schnelle Bezahlen in der Kantine sind im Geschäftsumfeld denkbar. Welche App-Projekte für Wearables haben Sie bereits entwickelt? Aktuell entwickelt Namics für eine bestehende iOS-App eine "Watch Extension". Diese Erweiterung vereinfacht die handfreie Daten Erfassung und erhöht damit die Loyalität der Nutzer. Unsere Lösung soll langfristig zu einer intelligenten Self-Tracking-App ausgebaut werden. Damit gehören manuelle Eingaben bald der Vergangenheit an und die Software verschmilzt immer mehr mit der Hardware. Das neue Schlagwort heißt hier: "Mobile Connectivity".

Wie ist die Kundenresonanz? Werden Sie von Anfragen überhäuft, oder ist die App-Entwicklung für Wearables kein Thema für Ihr Unternehmen?

Für viele Kunden ist die App-Entwicklung für Wearables schon ein Thema. Um sie für diesen Trend fit zu machen, beraten wir unsere Kunden ganzheitlich und bieten sogenannte Walk-in-Labs an.

Wie arbeiten die Appstore-Anbieter Google, Apple und Microsoft mit Ihnen zusammen und wie werden Sie an den Umsätzen beteiligt?

Wir entwickeln als Full-Service-Webdienstleister Anwendungen für unsere Auftraggeber – an den Umsätzen sind wir nicht beteiligt. Die Zusammenarbeit mit Apple und Google bezieht sich auf operative Themen wie Entwicklung, den technischen Support und Weiterbildungen.

Was ist attraktiver: Ein App für App-Stores zu entwickeln oder für Unternehmenskunden?

Grundsätzlich gilt: B2C- und B2B-Apps sind zwei paar Schuhe. Beide werden von Namics realisiert. Unser Fokus liegt jedoch auf B2B-Apps, die das Business unserer Kunden erfolgreicher machen: Zum Beispiel Anwendungen zur Prozessunterstützung für den Aussendienst oder M-Commerce.

Seit Ende Juni ist die Apple Watch auf dem Schweizer Markt erhältlich: Game Changer oder nur ein hübsches Accessoire?

Produkte wie die Apple Watch machen "Wearables" salonfähiger und geben diesem stark wachsenden Markt weiteren "Buzz". Dass genau die Apple Watch der Game Changer sein wird, glauben wir nicht. Im Moment ist es eher ein hübsches Accessoire. Dennoch sollte man Smartwatches langfristig Beachtung schenken, da sie Entwicklungspotential haben: Im B2B-Bereich wird sicherlich der ein oder andere neue businessrelevante Anwendungsfall kommen. Im B2C-Bereich sollten Unternehmen, die mobile Anwendungen anbieten, über App-Extensions nachdenken. Gerade als Signal für ihre Kunden: "Wir sind mit unseren Innovationen am Puls der Zeit".

Ein Blick in die Glaskugel: Wie wird sich der Schweizer Wearables-Markt in den kommenden 5 Jahren entwickeln?

Viele neue Start-ups und Technologie-Anbieter wie Google werden neue Wearables entwickeln. Ein Schwerpunkt wird hier auf dem Medical- und Home-Bereich liegen. In absehbarer Zeit werden immer mehr physische Produkte mit Sensoren versehen. Das Internet of Things erreicht dann endlich den Durchbruch im Alltag. Mobile Devices sind der breite Zugang und damit der Enabler. Technologie ist aber nur die eine Seite der Medaille, schliesslich braucht es noch die User-Akzeptanz, um eine Innovation zu etablieren. Apple hat mittlerweile seine Vorreiterrolle verloren und bietet Platz für neue Mitstreiter. Eines ist sicher: der Markt bleibt auch in Zukunft sehr spannend.

Weitere Interviews zum Thema gibt es im Dossier Wearable-Apps.
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