Schwerpunkt Wearables Apps

"Die Wearables von heute sind womöglich nur Wegbereiter"

Uhr | Aktualisiert
von George Sarpong

Wie steht es um den Markt für Wearables Apps made in Switzerland? Die Spezialisten der Agentur Taktil geben Antworten und liefern eine Markteinschätzung zum Start der Apple Watch.

Tobias Gemperli, Software Engineering, Taktil (Quelle: Taktil)
Tobias Gemperli, Software Engineering, Taktil (Quelle: Taktil)

Welche Möglichkeiten sehen Sie für Wearables Apps im Unternehmensumfeld?

Im Unternehmensumfeld bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Wearable Apps. Wearable Displays kommen Arbeitenden zugute, die spezialisierte Aufgaben erledigen und dabei die Hände nicht frei haben. Die Arbeitenden können durch die Wearables trotzdem in Echtzeit Informationen abrufen oder Feedback aus ihrer Arbeitsumgebung erhalten. Viele Nutzerinnen und Nutzer von Wearable Technologien in Unternehmen sitzen nicht am Schreibtisch. Sie stehen zum Beispiel auf der Ölplattform, im Operationssaal oder im Bergwerk. Das Unternehmen Pristine beispielsweise hat sich auf Apps mit Video-Kollaboration für Unternehmen spezialisiert. Ein Mitarbeiter kann einen Livestream seines Sichtfelds an einen Kollegen übertragen, zum Beispiel via Smart Glass. Der Kollege kann von diesem Video-Stream hochaufgelöste Snapshots machen, diese Snapshots annotieren und chatten. Eine solche App kann beispielsweise für Luftfahrtzeugtechniker/innen sehr hilfreich sein.

Welche App-Projekte für Wearables haben Sie bereits entwickelt?

Für die Apple Watch haben wir in Zusammenarbeit mit Departures Switzerland eine Fahrplan App entwickelt und eine Babyphone-Watch App. Letztere hat beim Watchkit Hackathon Zürich den ersten Preis erhalten. Unser spannendstes Projekt in diesem Bereich ist eine Applikation für die Schwimmweste Sens07. Die intelligente Schwimmweste lässt sich über eine App programmieren und berechnet ständig das Risiko zu ertrinken. Erst bei drohender Lebensgefahr bläst sich die Schwimmweste sofort automatisch auf. Dadurch lässt sich die Schwimmweste auch unter Wasser nutzen. Die Schwimmweste kann für verschiedene Sportarten wie Kajaken, Wellenreiten oder Regattasegeln eingesetzt werden.

Wie ist die Kundenresonanz? Werden Sie von Anfragen überhäuft, oder ist die App-Entwicklung für Wearables kein Thema für Ihr Unternehmen?

Das Interesse der Kundinnen und Kunden ist sehr gross. Wir haben kurz nach der Ankündigung der Apple Watch bereits erste Anfragen für Konzeptstudien bekommen.

Wie arbeiten die App-Store-Anbieter Google, Apple und Microsoft mit Ihnen zusammen und wie werden Sie an den Umsätzen beteiligt?

Wir verkaufen einige Apps im Apple Store. Apple bekommt 30 Prozent des Umsatzes. Den Grossteil unseres Umsatzes erwirtschaften wir durch Auftragsarbeiten.

Was ist attraktiver: Eine App für Appstores zu entwickeln oder für Unternehmenskunden?

Es ist für uns attraktiver, Apps für Unternehmenskunden zu entwickeln. Das Risiko lässt sich besser kalkulieren.

Seit Ende Juni ist die Apple Watch auf dem Schweizer Markt erhältlich: Game Changer oder nur ein hübsches Accessoire?

Nächstes Jahr wird eine Apple Watch erwartet, die unabhängiger vom iPhone ist und womöglich auch eine Video Kamera enthält. Mit diesen Features stehen die Chancen für die Apple Watch nicht schlecht.

Ein Blick in die Glaskugel: Wie wird sich der Schweizer Wearables-Markt in den kommenden 5 Jahren entwickeln?

Die Wearables von heute sind womöglich nur Wegbereiter. Der Wearable Markt wird sich sehr schnell entwickeln. Ich glaube, dass sich Wearables erst in Unternehmen durchsetzen und erst später bei Konsumenten. Der Nutzen von Wearables in Unternehmen ist offensichtlicher.

Weitere Interviews zum Thema gibt es im Dossier Wearable-Apps.
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